In seiner zweiten Sitzung beschloss der Gesundheits- und Sozialausschuss des Schwäbischen Bezirkstags, eigene Maßnahmen zur Bekämpfung des Pflegenotstands zu ergreifen, sowie eine Anpassung der Vergütungen für Gebärdendolmetscher, mit denen der Bezirk Schwaben gehörlose Menschen unterstützt. Zudem wurde ein neues Gremium vorgestellt, in dem sich der Bezirk mit anderen Akteuren der der Sozialplanung und Inklusion vernetzt.

Arbeitskreis Demographie für starke Pflege in Schwaben

Auf Bundesebene sucht die sogenannte „Konzertierte Aktion Pflege“ nach Möglichkeiten, in der Pflege für mehr Wertschätzung, bessere Arbeitsbedingungen und eine gerechte Bezahlung zu sorgen. Die Aktion bezieht alle zentralen Akteure ein und soll bis Juli 2019 verbindliche Maßnahmen zur Umsetzung festhalten. Inwiefern die Ergebnisse so heruntergebrochen werden können, dass sie zu den Bedürfnissen im Bezirk Schwaben passen, und ob diese rechtzeitig zur Bekämpfung des Pflegenotstands kommen, sah man im Gesundheits- und Sozialausschuss skeptisch. „Wir können nicht mehr auf die Zuständigkeit des Bundes warten“, so die Pflegebeauftragte des Schwäbischen Bezirkstags, Christine Rietzler. Der Gesundheits- und Sozialausschuss beschloss deshalb einstimmig, den bestehenden Arbeitskreis Demographie prüfen zu lassen, wie in welchen Themenfeldern und mit welchen konkreten Maßnahmen der Bezirk Schwaben Akzente bei der Ausbildung und Qualifizierung von Pflegefachkräften setzen kann. „Wir wollen auch durch freiwillige Zusatzmaßnahmen den Pflegeberuf attraktiver machen, um dem eklatanten Mangel entgegen wirken zu können“, bekräftigte Bezirkstagspräsident Martin Sailer.