Schwerer Verkehrsunfall – DLRG und Feuerwehr üben gemeinsam

Die Reifen quietschen, das Auto überschlägt sich und dem Geräusch des sich verbiegenden Metalls folgen Sekunden der Stille. Schwerer Verkehrsunfall, Person in PKW eingeklemmt – so das Szenario einer gemeinsamen Fortbildung des DLRG Kreisverbands Augsburg/AichachFriedberg e. V. und der Freiwilligen Feuerwehr Haunstetten.

Foto-zu-Fortbildung-THL-DLRG_feuerwehr Schwerer Verkehrsunfall – DLRG und Feuerwehr üben gemeinsam Polizei & Co Vereinsleben DLRG Feuerwehr Haunstetten | Presse Augsburg
Gemeinsam zum Wohle des Patienten. Nur in Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Rettungskräften wie hier der DLRG ist es möglich einen Patienten nach einen schweren Verkehrsunfall schon während der Bergung aus dem Unfallfahrzeug adäquat zu versorgen. | Foto: DLRG KV Augsburg/Aichach-Friedberg

Die insgesamt 30 Einsatzkräfte beider Organisationen trotzten am 18.01.2015 der Kälte, um sich mit den Besonderheiten bei Verkehrsunfällen vertraut zu machen und auf solche Fälle optimal vorbereitet zu sein. In einer Theorieeinheit stellte Tom Melzer, zweiter Kommandant der Feuerwehr Haunstetten, die Vorgehensweise und Erfordernisse der technischen Rettung dar. Der Kreisverbandsarzt der DLRG, Dr. med. Tobias Uhing, zeigte die medizinischen Besonderheiten auf und erläuterte die Grundzüge des medizinischen Vorgehens. Sowohl medizinisch, als auch von der technischen Seite her gibt es viele Probleme, die je nach Lage unterschiedlich gelöst werden müssen. Dies ist einer der Gründe, wieso solche Einsätze nie genau nach einem Schema laufen können, sondern immer individuelle Anpassungen des Vorgehens und eine enge Abstimmung zwischen der Feuerwehr und dem Rettungsdienst nötig machen.

Im Praxisteil der Veranstaltung ging es darum einen Patienten zu versorgen und aus einem Fahrzeugwrack zu retten. Nach der Sicherung des verunfallten Fahrzeugs und Freigabe durch die Feuerwehr konnte die Versorgung der Patienten beginnen. Dabei mussten die Sanitäter, Rettungssanitäter und Rettungsassistenten die medizinischen Maßnahmen korrekt und unter Berücksichtigung des Patientenzustandes durchführen. In enger Abstimmung mit den Kräften der Feuerwehr musste die Rettung aus dem Auto erfolgen, die verschiedene Möglichkeiten demonstrierte ein Fahrzeug so zu bearbeiten, dass eine patientenorientierte Rettung durchgeführt werden kann. Nachdem das Unfallfahrzeug mit Schere und Spreizer geöffnet war, wurde der Patient mit einem Spineboard (Wirbelsäulenbrett) gerettet und zur weiteren Versorgung in den Rettungswagen gebracht.

Ein positiver Nebeneffekt solcher Veranstaltungen ist immer auch das persönliche Kennenlernen, das die künftige Zusammenarbeit erleichtern wird.

Dr. Tobias Uhing