Mit einem 80:64-Auswärtserfolg bei Tabellenschlusslicht medi bayreuth setzt ratiopharm ulm seine Siegesserie weiter fort.

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Foto: Thorsten Och / PM BBU

Starken Offensivbasketball und kompromisslose Defensivarbeit zeigten die Ulmer am Sonntagabend in Bayreuth. Hatten die Gäste spätestens in Viertel zwei mit enormem Zugriff in der Defensive das Spiel an sich gerissen (12:25), gab die Mannschaft von Anton Gavel in der zweiten Halbzeit dann vollständig den Ton an. Besonders am offensiven Brett erarbeiteten sich Caboclo und Co. zahlreiche zweite Wurfchancen, die sie vor allem von Downtown effektiv vollendeten (40%). Gepaart mit schnellen Händen (14 Steals) und erzwungenen Turnovern (17) gelang es den Ulmern, die Partie so frühzeitig zu entscheiden. 

Abgeklärt starteten die Ulmer in der Oberfrankenhalle, suchten die offenen Würfe und trafen diese effektiv – die Folge ein 8:0-Lauf zu Beginn. Bayreuth blockte daraufhin drei Mal erfolgreich und profitierte von erfolglosen Drei-Punkte-Würfen der Gäste (6). Angeführt von Jackson Rowe glichen die Hausherren mit einem ebenso hohen Lauf wieder aus. Nachdem die Partie nun die erwartete Intensität erreicht hatte, ging es auf beiden Seiten schnell hin und her. Allen voran die Übermacht unter den Brettern (2:9 OR) ermöglichte den Ulmern zahlreiche zweite Wurfmöglichkeiten und spätestens ab Minute sieben einen 10:0-Run, den Scharfschütze Brandon Paul per Stepback-Dreier krönte (15:23). Das Viertelende gehörte den Bayreuthern, die mit zwei Würfen von außen den Schlusspunkt aus der Ecke setzten (21:23). Konnte die Mannschaft von Neucoach Mladen Drijencic zunächst die Führung erobern, war dann Zeit für das brasilianische Duo der Ulmer: Yago Dos Santos und Bruno Caboclo servierten und trafen – Caboclo wurde wie bei seinem starken Auftritt im EuroCup effektiv unter dem Korb gefunden (30:36, 16.). Gerade weil die Ulmer in der Defense ein regelrechtes Bollwerk darstellten, Bayreuth so zu schweren Würfen und Ballverlusten zwangen, zogen die Gäste nun weiter davon. Fünf schnelle Punkte von Juan Nunez brachten die erste zweistellige Führung (41:30, 17.) und kurze Zeit den 33:48-Halbzeitstand.

Nach der Pause blieben die Ulmer in ihrer Defensivarbeit weiter konzentriert, kamen mit schnellen Händen zu vielversprechenden Möglichkeiten. Bis Mitte des dritten Viertels erinnerte das Scoring auf beiden Seiten allerdings an angezogene Handbremse. Als sich die Bayreuther Ballverluste häuften, zogen die Ulmer endgültig davon und ließen die Comebackhoffnungen der Gastgeber zunehmend schwinden. Mit Karim Jallow, der auf einen starken Dreier auch kurze Zeit später zwei erfolgreiche Freiwürfe im Korb platzierte, war die Mannschaft auf 26 Zähler weggezogen (38:64, 28.). Im Schlussviertel war es endgültig Jallow, der seine Vielseitigkeit und hohe Effektivität in der Zone unter Beweis stellte (63% FG). Am Ende dominiert ratiopharm ulm mit starker Defensivarbeit und solidem Scoring, sichert sich so einen 80:64-Erfolg in der Fremde. 

Seine enorme Vielseitigkeit stellte der in die Nationalmannschaft berufene Karim Jallow auch an diesem Abend unter Beweis. Als Topscorer mit 20 Punkten setzte der Forward in der Zone (60%) und besonders von außen (4/6) wichtige Akzente. Karim Jallow: „Unser Ziel war es, von Anfang zu zeigen, dass es heute gegen uns nichts zu holen gibt. Das Wichtigste war, dass wir fast über die vollen 40 Minuten viel Energie gegeben und gut verteidigt haben, sodass Bayreuth nur zu 60 Punkten gekommen ist – so konnten wir das Spiel über die Defense gewinnen.“

Hauptverantwortlich für den Shootout von Downtown war Brandon Paul, der mit seiner hochprozentigen Trefferquote (3/6) bereits nach der ersten Halbzeit 15 Punkte auf dem Konto hatte. Ähnlich wie zuletzt im EuroCup war Center Bruno Caboclo der entscheidende Zielspieler unter dem Korb, sorgte am Ende für 14 Punkte und fünf Rebounds. Youngster Juan Nunez glänzte nicht nur mit zehn Punkten, sondern holte zusätzlich wichtige Ballgewinne (4) und setzte seine Mitspieler das ein oder andere Mal sehenswert in Szene (5 As). El Capitano für den nächsten Meilenstein: Tommy Klepeisz knackt mit seinen drei Steals die 200er-Marke in der BBL.

Head Coach Anton Gavel: „Glückwunsch an unsere Spieler. Ich denke, dass wir im zweiten Viertel angefangen haben besser defensiv zu arbeiten und uns das dann erarbeitet haben. Wir waren aggressiver, haben dann auch gut getroffen und den Ball besser bewegt, als uns das am Anfang gelang. Wir haben auch in den ersten drei Vierteln besser gereboundet, später war das nicht unbedingt mehr der Fall. Dennoch sind wir glücklich, dass wir hier gewinnen konnten, denn es ist immer schwierig gegen eine Mannschaft zu kämpfen, die um alles spielt und zusätzlich noch einen neuen Trainer und neue Impulse hat. Deshalb war es unter dem Strich wichtig für uns, dass wir weiter Fortschritte machen.“