Seilbahnen für den ÖPNV in Augsburg? FDP Augsburg fordert Prüfung

Um den öffentlichen Nahverkehr in Augsburg noch attraktiver zu machen, wollen sich die Freien Demokraten Seilbahnen als Verkehrsmittel näher ansehen.

Grafik: Presse Augsburg

Da urbane Seilbahnen billiger sind als Straßenbahnen, weniger Fläche verbrauchen und sich lärm- und abgasfrei bewegen, werden sie in immer mehr Städten in die Planung einbezogen. Eine Machbarkeitsstudie AVV-Seilbahnen könnte laut Freien Demokraten vom Bayerischen
Bauministerium gefördert werden. Konkrete Vorstellungen, welche Seilbahnlinien untersucht werden sollen, haben die Liberalen bereits.

„Als ich zum ersten Mal von urbanen Seilbahnen gehört habe, dachte ich mir, wir sind hier doch nicht in Bozen oder Innsbruck! Aber wenn man sich näher damit beschäftigt, dann haben Seilbahnen als Verkehrsmittel auch dann große Vorteile, wenn man keine großen Höhenunterschiede überwinden muss“, erklärt Lars Vollmar, der für die Freien Demokraten
als Oberbürgermeister-Kandidat an den Start geht. In Augsburgs Nachbarstadt München hat der Stadtrat bereits vor einem Jahr eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Geprüft werden soll, ob eine Seilbahn die Busse auf dem chronisch verstopften Frankfurter Ring
im Norden Schwabings ersetzen kann.

Auch in Augsburg gibt es Straßen, bei denen Autos, aber auch Busse oder Straßenbahnen regelmäßig im Stau stehen. „Wer einmal am Unteren Graben auf den 35er Bus gewartet hat, wenn bei der MAN in der Sebastianstraße Schichtende ist, der weiß, dass Geduld eine Tugend ist.“Die Freien Demokraten können sich daher vorstellen, statt der Buslinie 35 eine AVV-Seilbahn zwischen Bärenwirt, Vincentinum, City-Galerie und dem Bahnhof Haunstetter Straße fahren zu lassen. „In 10 Minuten vom Bärenwirt zur City-Galerie schweben, während unten die Autos im Stau stehen“, fasst Vollmar die Vision der Liberalen zusammen.

Die Kosten dafür sind überschaubar. Vollmar verweist darauf, dass der Bau einer Seilbahn nur die Hälfte einer Straßenbahntrasse kostet. „Wenn man bedenkt, dass bei aktuellen Straßenbahnprojekten Kosten in Höhe von 10 bis 11 Millionen Euro pro Kilometer aufgerufen werden, dann besteht hier ein erhebliches Einsparpotenzial für neue ÖPNV-Projekte.“ Die FDP
bringt daher auch ins Gespräch, für die neue Linie 5 vom Hauptbahnhof zum Universitätsklinikum den Bau einer Seilbahn statt einer Straßenbahn zu prüfen.

Und auch zwei weitere Teilstücke will die FDP in die Machbarkeitsstudie einbeziehen: eine spätere Verlängerung der Seilbahn vom Bahnhof Haunstetter Straße zum ehemaligen Bahnbetriebsgelände an der Firnhaberstraße, sowie über den Zoo zum Sportgelände Süd an der Haunstetter Straße. „Auf diese Weise wäre das bisher von Baureferent Merkle blockierte Neubauviertel südlich vom Bahnpark an den Nahverkehr angeschlossen, und wir hätten eine bequemere und zuverlässigere Lösung für die Parkplatzprobleme am Zoo als die von Herrn Merkle vorgeschlagenen Rikschas oder Elektro-Bähnle.“

Für die Querung des ökologisch sensiblen Siebentischwalds seien Seilbahnen die optimale Lösung. „Busse und Straßenbahnen können nur dort fahren, wo es eine Straße oder Trasse gibt. Seilbahnen hingegen können über Flüsse oder durch Parks geführt werden, weil für die Masten nur wenige Quadratmeter notwendig sind.“ Zur positiven Ökobilanz von Seilbahnen trägt auch die Tatsache bei, dass die einzelnen Gondeln gezogen werden und keinen eigenen Motor benötigen. Seilbahnen erzeugen vor Ort kein Abgas und bewegen sich nahezu lärmfrei. Damit sind sie in Zeiten, in denen Städte der Gesundheitsbelastung durch Verkehr mehr
Aufmerksamkeit schenken, eine interessante Alternative zu anderen Verkehrsmitteln.