Bereits am Freitagvormittag, den 05.08.2022, wurde der Polizeistation Senden mitgeteilt, dass ein Auto widerrechtlich einen Stellplatz blockieren würde. Eine Überprüfung vor Ort ergab, dass an dem betreffenden Auto amtliche Kennzeichen angebracht wurden, die für ein anderes Fahrzeug ausgegeben waren. Im Zuge der weiteren Ermittlungen zum Besitzer des Fahrzeuges ergab sich ein konkreter Tatverdacht gegen einen 58-jährgen Mann.

Bei dem 58-Jährigen sollte bereits am gleichen Tag gegen 13:00 Uhr aufgrund einer richterlicher Anordnung wegen der falschen Autokennzeichen durchsucht werden. Der Tatverdächtige weigerte sich zunächst, die Wohnungstüre in dem Mehrfamilienhaus zu öffnen. Geräusche aus der Wohnung ließen darauf schließen, dass mehrere Personen in der Wohnung waren. Im Gespräch durch die verschlossene Türe zwischen dem Tatverdächtigen und der Streifenbesatzung im Hausflur konnte wahrgenommen werden, dass wohl eine weibliche Person in der Wohnung nicht ausgelassen und bedroht wird. Daher wurde erforderlich, sich schnellst möglich Zutritt zur Wohnung zu verschaffen. Noch vor einem gewaltsamen Eindringen in die Wohnung, öffnete der Tatverdächtige die Tüte und hielt hierbei eine Axt in der Hand. Trotz Aufforderung die Axt niederzulegen, ging er einen weiteren Schritt auf die Streifenbesatzung der Polizeistation Senden zu.

Erst nachdem der Einsatz der Schusswaffe angedroht wurde, ging er in die Wohnung zurück. Während dieser Zeit gelang es der in der Wohnung befindlichen Frau, die Wohnung fluchtartig zu verlassen. Kurz darauf öffnete der Tatverdächtige erneut die Wohnung, dieses Mal mit einem Schraubenzieher in der Hand. Nun konnte er unter massiven Widerstand überwältigt und festgenommen werden. Nachdem die Lage unter Hinzuziehung weiterer Unterstützungsstreifen rasch unter Kontrolle gebracht werden konnte, erfolgte die eigentliche Wohnungsdurchsuchung, die ein weiteres Autokennzeichen zum Vorschein brachte.

Da sich im Zuge der weiteren Sachbehandlung bei dem festgenommen Mann psychische Auffälligkeiten ergaben, wurde er nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen, in eine dafür spezialisierte Klinik eingewiesen. Bei dem Vorfall wurden drei Beamte leicht verletzt, einer hiervon war nicht mehr weiter dienstfähig. Die zum Einsatzzeitpunkt in der Wohnung befindliche Frau blieb körperlich unverletzt. Die weiteren Ermittlungen wurden von der Polizeiinspektion Neu-Ulm übernommen. Den 58-jährigen Mann erwarten jetzt neben einem Ermittlungsverfahren wegen Urkundenfälschung mehrere Anzeigen unter anderem wegen eines tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte.

Auf dieser Seite lesen Sie die Pressemitteilungen der Polizeiinspektionen oder Feuerwehren. Diese werden »ungeprüft« von uns veröffentlicht. Für die Inhalte übernimmt Presse Augsburg keinerlei Verantwortung. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an die jeweilige Dienststelle.