Am Mittwoch hatte der Rechtsausschuss des Bayerischen Landtags die Immunität des bisherigen Abgeordneten Linus Förster (Augsburg) aufgehoben, schon gestern sollen die Handschellen geklickt haben. Der ehemalige Chef der SchwabenSPD soll in Niederbayern verhaftet worden sein.

Gegen Förster laufen Ermittlungen bei der Staatsanwaltschaft. | Foto: Wolfgang Czech

Am Mittwoch hatte der Rechtsausschuss des Bayerischen Landtags die Aufhebung der Immunität des Augsburger SPD- Landtagsabgeordneten Linus Förster beschlossen. Die Entscheidung fiel einstimmig. Dies war offensichtlich im Rahmen von Ermittlungen gegen Förster nötig geworden.

Die Augsburger Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den 51-Jährigen wegen des „Verdachts der Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen und der vorsätzlichen Körperverletzung“ (Aktenzeichen 103JS139538/16). Eine Prostituierte hatte ihn angezeigt, nachdem er den Sex mit der Frau heimlich gefilmt haben soll. Als sie ihm die Kamera wegnehmen wollte, soll es außerdem zu einem Gerangel gekommen sein.

Im Rahmen der Ermittlungen zu diesem Fall wurden in den Morgenstunden des 16. November 2016 Durchsuchungen und Beschlagnahmen in Försters Wohn- und Büroräumen in Augsburg und in München vollzogen (wir berichteten). Dabei sollen auch Datenträger sichergestellt worden sein, auf denen Bildmaterial unbekleideter, möglicherweise minderjähriger Frauen gespeichert sind.

Linus Förster war wenig später aus der SPD ausgetreten und hatte sein Mandat im Landtag ruhen lassen. Seitdem hatte er sich zurückgezogen, war untergetaucht. Nun hatte der Rechtsausschuss durch seine Entscheidung den Weg für weitere juristische Schritte gegen den 51-jährigen ehemaligen Hoffnungsträger der Sozialdemokraten frei gemacht.