Vor dem Augsburger Landgericht wurde heute gegen den früheren Landtagsabgeordneten Linus Förster das Urteil gesprochen. Der 52-Jährige wurde zu einer Haftstrafe wegen sexuellen Missbrauchs und des Besitzes von Kinderpornografie verurteilt.

Der Angeklagte Linus Förster wird mit Handfessel in den Sitzungssaal 101 des Strafjustizzentrums Augsburg geführt | Foto: Klaus Rainer Krieger

Der Falle hatte für große Aufmerksamkeit gesorgt. Ende letzten Jahres wurden die Privat- und Büroräume des damaligen SPD-Landtagsabgeordneten Linus Förster (52) von der Polizei durchsucht, er selbst wenige Tage später verhaftet. Seit diesen Tagen saß er in Gablingen in Untersuchungshaft. Der Vorwurf lautete auf mehrfachen sexuellen Missbrauch von Handlungsunfähigen Personen, sowie Besitz von Kinderpornografie.

Aufgeflogen war Förster, als er im September 2016 vom Verkehr mit einer Prostituierten heimlich ein Video drehen wollte. Die „Liebesdame“ hatte dies bemerkt, den Speicherchip an sich genommen und bei der Polizei Anzeige erstattet. Der Stein war ins Rollen gekommen.

Ein knappes Jahr später musste sich der ehemalige Spitzenpolitiker der BayernSPD vor der Jugendkammer des Augsburger Landgerichts verantworten. Die Beweislage war klar. Mindestens zwei Frauen hatte er im Schlaf missbraucht, den Sex mit verschiedensten Partnerinnen heimlich gefilmt und eine Unmenge an kinderpornografischen Dateien besessen. Das Gericht unter Vorsitz von Richter Lenart Hoesch verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren und 10 Monaten. Da keine Sexualtherapie angeordnet wurde, hat Förster die Chance nach der Hälfte der Haft auf Bewährung frei zu kommen. Das umfangreiche Geständnis des früheren Mandatsträgers hatte wohl zu dieser vergleichsweise gnädigen Strafe geführt.