Für Königsbrunner Rumpfteam gibt es bei der SG Lindenberg/Lindau nichts zu holen

Erst vor Kurzem war klar, dass die 1. Mannschaft vom EV Königsbrunn diese Saison an den Start gehen kann. Wenig überraschend hatte man zum Saisonauftakt bei der starken SG Lindenberg/Lindau nichts auszurichten.

Für die 1. Mannschaft vom EV Königsbrunn ging es am vergangenen Freitag zum ersten Punktspiel zur SG Lindenberg/Lindau 1B an den Bodensee. Der letztjährige Tabellenführer der Bezirksliga Gruppe 4, konnte sich aus 14 Spielen und 42 möglichen Punkten,  mit 39 Punkten und 106 Toren, klar an der Spitze absetzen und für die Playoffs qualifizieren. In der Statistik heißt das 7.5 geschossene Tore pro Spiel.

EVK mit Minikader am Start

Aus Königsbrunner Sicht, eine Begegnung, bei der man klar als Außenseiter antreten wird, zudem Trainer Thore Knopf nur auf 10 Feldspieler und einen Goalie zugreifen konnte. Die derzeit trainerlosen Gastgeber füllten mit 20 Spielern die heimische Bank bis auf den letzten Platz und der Verteidiger Patrick Prell übernahm an diesem Abend den Trainerposten. Der 33jährige ehemalige Bayernliga-Topscorer Zdenek Cech, war nur einer aus der namhaften Kaderliste der Gastgeber, die alle mehrere Jahre bei den Lindau Islanders, die viert-höchste Liga stürmten.

Frech und mutig zum 1:1

So fiel um 20 Uhr das erste Bully der neuen Saison und die Gäste aus Königsbrunn mussten sich zu Beginn erst mal auf die Nebelverhältnisse auf dem Eis einstellen. Hart an der Grenze des Erlaubten, konnten sich die Torhüter beider Mannschaften nicht mal sehen, sondern nur erahnen.

Aber Königsbrunn ließ sich von all dem nicht beeindrucken. Mit ihrem jungen Kader gingen sie frech, mutig und völlig unbedarft ans Werk, und so musste der gegnerische Schlussmann in der neunten Spielminute völlig überrascht hinter sich greifen. Auf Zuspiel von Moritz Fuchs, legte Samuel Neumann für den Torschützen Patrick Voigt auf, und es stand 0:1. Damit hatte keiner gerechnet, und die Gastgeber mussten sich eingestehen, dass man die zwei angereisten Reihen der Gäste,  deutlich unterschätzt hat. Immer wieder störten die Brunnenstädter konsequent den Spielaufbau der vier Bodensee-Reihen und ließ sie nur selten zum Abschluss kommen. Es war ein schnelles Spiel auf Augenhöhe, bei dem sich in der 15. Spielminute Markus Zeller unglücklich verletzte und seinem Team nur noch von der Bank aus zuschauen konnte. Völlig geschockt davon, musste man dann drei Minuten vor dem ersten Pausentee, den Ausgleich hinnehmen. Unhaltbar netzte der 29 jährige Routinier Michael Wellenberger, nach Zuspiel von Elia Feistle, ein. Beide Spieler haben bereits Bayerliga-Erfahrung und der 23 jährige Feistle kam von der DNL aus Füssen an den Bodensee. So ging es beim Stand von 1:1 in die erste Drittelpause.

Die SG zieht das Tempo an

Trainer Knopf ermahnte seine Truppe der Strafbank fern zu bleiben und kräfteschonend, aber effizient die Einsätze zu fahren. So wusste man, dass 9 Spieler dem Tempo der Gegner nicht mehr lange Stand halten werden und dass es nun auf den 26 jährigen Keeper Moritz Erdwig ankommen wird. Noch zuversichtlich startete man in das zweite Drittel und die Gastgeber mussten sich in der Pause wohl deutliche Worte des Trainers anhören. Denn jetzt ging es Schlag auf Schlag. Im Zweiminutentakt ließ man nun die heimischen Fans jubeln und so stand es nach 30 Spielminuten 6:1 für Lindberg/Lindau. Und wie wenn dem schon nicht genug wäre, musste man für eine persönliche 10-Minuten-Strafe an Alexander Kunz, nun das Duell mit 8 Feldspielern bestreiten. Mit allem was einem Spieler zur Verfügung steht  wurde verteidigt und zu guter letzt, scheiterten die Gastgeber oftmals an der schnellen Reaktion von Königsbrunns Schlussmann Moritz Erdwig, der mit spektakulären Safes ein größeres Debakel verhinderte. Das bereits genannte Duo Wellenberger-Feistle stürmte in diesem Spielabschnitt das Tor aus allen Lagen, um einen sicheren Vorsprung von 7:1 zum Drittelende vorzuweisen.

Es wurde deutlich

Für den letzten Spielabschnitt hieß es, nur noch konsequent zu verteidigen und der Mannschaft mit kurzen Pausen etwas Luft zu geben. Die Gastgeber gaben sich jedoch mit der deutlichen Führung noch lange nicht zufrieden und nahmen auch für das dritte Drittel kaum Tempo raus. Doch Königsbrunn hielt dagegen, scheute keinen Zweikampf und gab zu keinem Zeitpunkt dieser Begegnung auf. Nach gefühlten 100 Torschüssen auf den Kasten des Pinguin-Keepers, stand es nach 51 Spielminuten 12:1.  Die mitgereisten Fans waren beeindruckt,  wie 8 Mann und die 27jährige Verteidigerin Tatjana Voigt,  so aufopfernd dagegen hielten. In zweifacher Überzahl konnte man sogar noch in einem guten Poweplay auf das gegnerische Tor zielen, scheiterte jedoch am Torhüter der Spielgemeinschaft. In den letzten 9 Spielminuten hielt Erdwig mit einer nennenswerten Glanzleistung von sich und seinen Vorderleuten, seinen Kasten sauber, und so trennte man sich zum Schlusspfiff mit 12:1.

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Man kann trotz der Niederlage stolz  auf den Einsatz der Brunnenstädter sein, die mit fünf 19 jährigen Jungjahrgängen zu keinem Zeitpunkt des Duells aufgegeben haben.

Verfasser/Bilder: Michaela Königsberger