SGL-Carbon in der Krise | Namensgeber der Augsburger Fußballarena ist angeschlagen

Der Wiesbadener Technologiekonzern und wichtige Arbeitgeber im Raum Augsburg (im Werk von SGL in Meitingen arbeiten rund 1.300 Mitarbeiter) ist angeschlagen.  Denn inzwischen mehren sich die Zweifel am „Wunderwerkstoff“ Carbon, den SGL unter anderem an BMW für das Elektrofahrzeug i3 liefert. “Das Geschäftsjahr 2013 schloss SGL mit fast 400 Millionen Euro Verlust ab – bei einem Umsatz von 1,5 Milliarden Euro. Die Zahlen für das erste Halbjahr 2014 fielen miserabel aus,” schreibt die Wirtschaftswoche. Zudem stufte der Zeitung zufolge die Ratingagentur Moody’s die Kreditwürdigkeit von SGL auf “hochspekulativ” (B2) zurück.

sgl_arena_martin_wolf_0005 SGL-Carbon in der Krise | Namensgeber der Augsburger Fußballarena ist angeschlagen FC Augsburg News Sport Wirtschaft Augsburg BMW i3 Carbon Krise SGL | Presse Augsburg
Die SGL-Arena in Augsburg | Foto: Martin Wolf

“Dass SGL in absehbarer Zeit noch einmal die Wende schafft, ist derzeit zweifelhaft”, schreibt die Wirtschaftswoche weiter. Denn der Hoffnungsträger Carbon werde “mehr und mehr entzaubert”, das Preisniveau sei anhaltend unbefriedigend. Zwar steige die Nachfrage nach Carbon. Aber die Überkapazitäten am Markt drücken den Preis deutlich. Auch im Stammgeschäft von SGL – der Herstellung von Grafitelektroden, die zum Schmelzen von Schrott zu Stahl benötigt werden – schwächeln die Wiesbadener seit längerem.

Zudem sorgte eine Ankündigung von ThyssenKrupp-Manager Herbert Eichelkraut zuletzt für Unruhe bei SGL. Er deutete an, dass im nächsten i3-Modell wieder mehr Stahl statt Carbon und Aluminium eingesetzt werden könnten. Der Münchener Autobauer hat sich selbst noch nicht dazu geäußert.

Der Sponsoring-Vertrag für die Namensgebung der Augsburger Fußballarena (SGL-Arena) läuft noch bis 2019. Dieser Vertrag soll nach  aktuellen Informationen auch unangetastet erfüllt werden.