Von vielen zumeist unbemerkt sind die Winterdienste der Stadtwerke Augsburg (swa) derzeit unterwegs, um den Nahverkehr auch bei Minusgraden oder Schneefall aufrecht zu erhalten.

Straßenbahnen sind recht unempfindlich gegen Winterwetter, allerdings gibt es zwei Dinge, die unabdingbar sind: eisfreie Oberleitungen für die Energieversorgung und Weichen, die richtig funktionieren. Die Pünktlichkeit der Buslinien hängt von der allgemeinen Wetterlage und damit der Verkehrssituation etwa bei Schnee ab. Denn auch wenn die swa gut vorbereitet in die frostige Zeit gehen, hat das Wetter auch immer Auswirkungen auf den Verkehr.

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Handarbeit gegen eingefrorene Leitungen: Gerd Krebs und Henry Niewelt von der Firma SPL fetten im Auftrag der swa an besonders eisanfälligen Stellen die Oberleitungen mit biologisch abbaubarem Schmerfett, damit das Eis nicht am Metall festfriert, sondern vom Stromabnehmer der Straßenbahn leicht abgestreift werden kann.
Foto: swa / Thomas Hosemann

Straßenbahnsonderfahrten in der Nacht

 

In den frostigen Nächten ist es jetzt wieder soweit: Um die Oberleitungen von Eis frei zu halten gibt es spezielle Nachteinsätze. Mitarbeitende des Fahrdienstes fahren mit Combino-Straßenbahnen dann, wenn sonst keine Straßenbahnen unterwegs sind, zwischen 0:00 Uhr und 5:00 Uhr. Sie fahren die Straßenbahnlinien ab, damit sich an den Oberleitungen gar nicht erst Eis bilden kann. Das geschieht bei frostige Temperaturen mit hoher Luftfeuchtigkeit oder Niederschlag.

 

Mit Fett gegen Eisklumpen

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Foto: swa / Thomas Hosemann

An wenig befahrenen Stellen und dort, wo das Risiko einer Vereisung besonders groß ist, etwa wo Oberleitungen geneigt sind oder sich kreuzen, fettet ein Team von Monteuren die Leitungen mit biologisch abbaubarem Schmierfett ein. So kann kein Eis direkt am Metall festfrieren und der Stromabnehmer der Straßenbahn kann den Eisklumpen leicht von der Oberleitung abstreifen. Auf den rund 100 Kilometern im Oberleitungsnetz werden etwa drei Kilometer mit dem Schmierfett behandelt. Und damit auch nur so viel wie nötig aufgetragen wird, geschieht das in Handarbeit. Die Arbeit lohnt sich, denn die Schutzschicht hält einige Tage und dann ist meist die Wetterlage auch wieder freundlicher.

 

Winterdienst für freie Strecke

 

Dafür, dass am Boden freie Fahrt herrscht, sorgt der Winterdienst des Gleisbaus. Auch wenn derzeit der Schnee noch auf sich warten lässt, ist alles für den Ernst- bzw. Schneefall bereitet. Dann sind die Mitarbeitenden mit Räumfahrzeugen unterwegs, um die Strecken dort zu räumen, wo der Nahverkehr vom normalen Straßenraum abgetrennt ist und ein eigener Bahnkörper besteht. Der swa-Winterdienst ist vorab eingeteilt, aber für plötzlich eintretende Wetterereignisse gibt es eine Rufbereitschaft. Das Räumen der Haltestellen übernimmt der aws der Stadt im Auftrag der swa.

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Handarbeit gegen eingefrorene Leitungen: Gerd Krebs und Henry Niewelt von der Firma SPL fetten im Auftrag der swa an besonders eisanfälligen Stellen die Oberleitungen mit biologisch abbaubarem Schmerfett, damit das Eis nicht am Metall festfriert, sondern vom Stromabnehmer der Straßenbahn leicht abgestreift werden kann.
Foto: swa / Thomas Hosemann

Leise rieselt der Rollsplitt

Damit die Weichen im Winter frei von Eis und Schnee bleiben, sind im Netz der swa etwa 150 Weichenheizungen verbaut. Allerdings können diese bei viel Schnee nicht ausreichen. Auch dann kümmert sich der Winterdienst darum, die Weiche wieder frei zu bekommen. Ein größeres Problem als Schnee stellt allerdings Rollsplitt dar. Wenn zu viel davon in die Weiche gelangt, kann sie nicht mehr richtig abschließen und löst eine Störung aus. Auch dann kümmert sich die Schienenreinigung darum, im Regelfall mit Spezialfahrzeugen, aber manchmal ist auch Handarbeit von Nöten.