Beim Start in den Börsenhandel merkt man schnell, wie kompliziert diese Form der Geldanlage eigentlich ist. Was ist die richtige Methode? Wie lassen sich Positionen sichern? Welche Balance zwischen Risiko und möglicher Rendite ist richtig? Und nachdem diese und ähnliche Fragen geklärt sind, erfordert der tägliche Handel ebenfalls einen hohen zeitlichen Aufwand.

Mit dem Auto-Trading wird dieser Aufwand deutlich minimiert. Beim auto trading schließen automatisierte Handelsprogramme die einzelnen Trades ab. Anleger müssen dafür nur die Bedingungen definieren, danach übernimmt dann die Software. Natürlich lassen sich die Bedingungen jederzeit anpassen, wenn sich bestimmte Voraussetzungen geändert haben. Der Vorteil dieser Methode: Man kann sich auf allgemeine Entwicklungen konzentrieren und muss nicht mehr ständig bestimmte Charts im Blick behalten.

Wie läuft das Auto-Trading ab?

Beim Auto-Trading agiert man als Anleger autonom an der Börse. Die einzige Voraussetzung ist eine spezielle Software, die automatisch Charts analysiert und auf diese Weise die sogenannten Signale generiert. Diese können dann wiederum zu Käufen und Verkäufen führen, wenn das vorab festgelegt wurde. Die Programme, die für diesen Zweck genutzt werden, werden auch als Expert Advisor (EA) bezeichnet. Erfahrene Trader können selbst EAs programmieren, es gibt jedoch auch Software, die man ohne Vorarbeit sofort nutzen kann.

Die Signale, die ein EA generiert, müssen jedoch nicht allein auf der Analyse von Charts basieren. Andere Werte lassen sich ebenfalls einbeziehen. Ein gutes Beispiel dafür sind die von den Zentralbanken festgelegten Leitzinssätze. Allgemein wirkt sich ein steigendes Zinsniveau in der Regel negativ auf den Aktienmarkt aus. Es gibt jedoch auch Beispiele für eine gegenteilige Entwicklung. Unter bestimmten Bedingungen können Aktien sogar von steigenden Zinsen profitieren.

Vor- und Nachteile

Über einen möglichen Nachteil sollten sich Anleger in jedem Fall bewusst sein, bevor sie sich auf eine Software für das Auto-Trading verlassen. Wer die Kontrolle für einzelne Trades abgibt, sollte trotzdem die allgemeine Entwicklung im Blick behalten. Auch politische Ereignisse – wie der Besuch von US-Politikerin Nancy Pelosi in Taiwan – können sich nämlich stark auf die Kurse auswirken. Das wiederum kann zu Trades führen, die man eigentlich gar nicht akzeptiert hätte. Die Bedingungen müssen deshalb rechtzeitig angepasst werden.

Davon abgesehen bietet das Auto-Trading allerdings eine Reihe von Vorteilen. Besonders wichtig ist die Tatsache, dass eine Software ohne Emotionen und allein auf der Basis von Daten agiert. Zudem spart man sich selbst viel Zeit, die sonst für die Analyse von Charts nötig wäre. Zu guter Letzt lassen sich Signale und Bedingungen auch von erfahrenen Tradern kopieren. Man muss also nicht über viele Jahre hinweg selbst Erfahrung an den Finanzmärkten sammeln, um ordentliche Renditen zu erzielen.