So soll der Distanzunterricht an bayerischen Schulen funktionieren

Nach den verlängerten Weihnachtsferien werden die Schulen in Bayern in der kommenden Woche wieder mit Distanzunterricht starten. Wie dies funktionieren soll, hatte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) am Donnerstag vorgestellt.

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Staatsminister Piazolo | Archiv-Foto: Wolfgang Czech

Die Infektionszahlen in Bayern sind nach wie vor zu hoch. Daher wurde entschieden, dass bis einschließlich 29. Januar für alle Schularten und alle Jahrgangsstufen Distanzunterricht stattfinden wird. Eine Verlängerung wurde nicht ausgeschlossen. Für jüngere Kinder, die von ihren Eltern nicht betreut werden können, werden die Schulen eine Notbetreuung anbieten. Die Faschingsferien (15. Februar – 19. Februar) durch eine Unterrichtswoche ersetzt, in dieser Zeit soll die Möglichkeit zur Vertiefung im Unterricht gegeben werden.

Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler): „Mein Ziel ist es, die hohe Qualität der bayerischen Schulbildung zu erhalten und die Chancengerechtigkeit für unsere Schülerinnen und Schüler zu erhalten – auch mit Blick auf die Abschlussprüfungen.“ 

Nach Angaben des Ministers bleibt das aberstes Ziel die Sicherung von Bildungsqualität und Chancengerechtigkeit sicherzustellen.

Die Einschränkungen beim Präsenzunterricht werden mit einem umfassenden Maßnahmenpaket begleitet. Im Einzelnen:

  • An allen Schularten werden die Abschlussprüfungen verschoben – die neuen Termine werden derzeit noch in der Schulfamilie abgestimmt.
  •  Der Termin für das Zwischenzeugnis wird vom 12. Februar auf den 5. März verschoben.
  • Die Zahl der Proben in der Jahrgangsstufe 4 der Grundschule wird weiter abgesenkt – von 18 auf 14 Proben. Der Termin für das Übertrittszeugnis wird verschoben.
  • Der Probeunterricht für den Übertritt der vierten Klassen wird angepasst
  • Am Gymnasium und der Realschule kann die Zahl der verbindlich vorgegebenen Schulaufgaben in den Jahrgangsstufen 5 – 10 reduziert werden.
  • Zum Umgang mit dem Lehrplan werden verbindliche Hinweise erarbeitet, um Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte zeitlich zu entlasten und Planungssicherheit zu schaffen.
  •  Um Schüler mit Lernrückständen zu unterstützen, werden die „Brückenangebote“ aus dem ersten Halbjahr fortgesetzt.

Kultusminister Michael Piazolo mit Blick auf den Unterrichtsstart am 11. Januar: „Die Schulen sind gut vorbereitet, damit unsere Schülerinnen und Schüler am kommenden Montag gut in den Distanzunterricht starten können. Mein großer Dank gebührt unseren Lehrkräften, unseren Schülerinnen und Schülern und auch den Eltern, die ihre Kinder wirklich hervorragend unterstützen. Nur gemeinsam können wir die vor uns liegenden Herausforderungen meistern und gut durch diese Krise kommen.“

Notbetreuung an den Schulen

Es wird eine Notbetreuung für Schülerinnen und Schüler der ersten sechs Klassen, sowie in Förderschulen und Schulen für Behinderte geben. Wie das Staatsministerium für Unterricht und Kultus auf Presse Augsburg-Nachfrage erklärte, werden die Lehrkräfte dann für die Notbetreuung eingesetzt, wenn dies mit ihren anderen dienstlichen Aufgaben (insbesondere dem Einsatz im Distanzunterricht) vereinbar ist. Je nach Situation können Betreuungsaufgaben auch durch anderes schulisches Personal (Personal der Kooperationspartner bzw. Träger von Ganztagsangeboten bzw. Mittagsbetreuung) übernommen werden.

Distanzunterricht ist nicht gleich Mebis

Besonders das Lernportal Mebis funktionierte in der Vergangenheit nicht, wie man es sich sollte. Wurde Mebis in der Vergangenheit auch durch Minister Piazolo immer besonders „in das Schaufenster gestellt“, so betonte er in einer Pressekonferenz am Donnerstag, dass das Portal nicht die einzige Möglichkeit für Distanzunterricht sei. Die Kritik an dieser Plattform wies er als Hyper-Debatte vehement zurück. Offensichtlich ist eine geforderte Ertüchtigung über die Ferien nicht gelungen. Mebis könne den Präsenzunterricht nicht ersetzen, sei aber so auch nie geplant und konzipiert gewesen. Mehrfach verwies der Minister auf die Möglichkeit anderer Tools (z.B. MS Teams) und Kommunikationswege (Email, Messenger-Dienste) hin. Aus seiner Sicht sei auch der Einsatz des Telefons normal und gewünscht, zudem könne der Versand von Unterrichtsmaterial ggf. per Post erfolgen. Wie die entstehenden Kosten und die zeitliche Verzögerungen beim Versand hanzuhaben wären ließ er offen.

pm/pa