Später Finnbogason-Treffer sichert dem FC Augsburg ein Remis gegen den FC Bayern

Was war das denn? Lange Zeit hatte der FC Augsburg wie der klare Verlierer ausgesehen, ein in der zweiten Halbzeit guter Torhüter Koubek verhinderte das K.O.. Doch Augsburg bewies Moral. Die Belohnung folgte in der Nachspielzeit. Das späte Tor von Alfred Finnbogason sicherte dem FCA ein Remis gegen den FC Bayern, der zu wenig aus seinen Möglichkeiten machte.

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Mit einer starken zweiten Halbzeit hielt Torhüter Koubek sein Team im Spiel Foto: Pfister

Den nach der 1:5-Klatsche vor der Länderspielpause notwendigen erneuten Neustart musste der FC Augsburg heute ausgerechnet gegen den FC Bayern beginnen. Trainer Martin Schmidt veränderte veränderte seine Startelf im Vergleich zur Gladbach-Pleite mit der Hereinnahme von Oxford und Richter (für Hahn und Gregoritsch) auf zwei Positionen. Unmittelbar nach Spielbeginn sollte sich dies auszahlen. Nach 23 Sekunden kam der Ball nach einem Einwurf per Kopfball-Verlängerung von Khedira zu Richter, der aus sieben Metern seinen ersten Saisontreffer erzielen konnte. Hätte der Lokalmatador acht Minuten später seinen zweiten Versuch ebenfalls im Tor untergebracht, wer weiß wie das Spiel gelaufen wäre. So aber kam der FC Bayern immer besser ins Spiel und durch Lewandowski zum Ausgleich. Gnabry hatte ziemlich unbedrängt auf im Strafraum lauernden Polen flanken können, der kaum Probleme hatte den Ball im Kopfballduell gegen Jedvaj im Tor zu platzieren (14.).  Das zu diesem Zeitpunkt schmeichelhafte 1:1 gab den Bayern Auftrieb, die sich von nun an nahezu ausschließlich in der Vorwärtsbewegung befanden.

Bayern macht zu wenig aus dem Feldvorteil

Das Team musste sich einzig den Vorwurf gefallen lassen zu wenig aus teils überragenden Chancen gemacht zu haben. Als Augsburgs Hintermannschaft in der 42. Spielminute kollektiv für das „Schwimmabzeichen“ übte, hätte spätestens die Führung für die Gäste fallen müssen. Minuten zuvor hatte Gnabry mit einem Pfostenschuss noch Pech gehabt. Das es zur Pause unentschieden stand, lag aber nicht nur an der mangelhaften Chancenverwertung der Gäste, sondern auch am FC Augsburg. Engagiert stemmte man sich im Kollektiv gegen den Rückstand und bereitete der Münchner Hintermannschaft mit schnellen Gegenstößen das ein oder andere Mal Probleme.

Koubek mit glänzenden Reaktionen in Halbzeit 2

Kurz nach der Pause war es dann aber doch soweit. Als Gnabry zum wiederholten Male den Turbo eingeschaltet hatte, konnte ihm keiner folgen. Von der Strafraumgrenze knallte der Nationalspieler den Ball flach ins Tor (49.). Wenig später hätte die Partie bereits endgültig entschieden sein können. Nach einem starken Zuspiel von Gnabry kam Coutinho frei vor Koubek zum Abschluss, scheiterte aber aus bester Position am Tschechen. Der FC Bayern konnte nun immer wieder sein Spiel aufziehen, hatte nun eindeutig die Hoheit über das Spiel erlangt. Auch rund 80% Ballbesitz machten sie aber einfach zu wenig. Auch der immer umstrittene Koubek hatte seinen Anteil daran. Nach einer zittrigen ersten Halbzeit reagierte er mehrfach glänzend.

Augsburg sah hier trotz Münchner Dominanz eine kleine Chance und versuchte über die flinken Vargas und Richter für Nadelstiche zu sorgen. Für Entlastung sorgte dies gegen die Weltstars in rot aber nur selten.

Mut wird belohnt

Trainer Martin Schmidt bewies ebenfalls Mut und brachte mit Jensen, Finnbogason und Cordova frische offensivdenkende Spieler in die Partie. Ein Zeichen für Mannschaft und Publikum, dass hier in den letzten Minuten noch etwas drin war. Und es auch tatsächlich noch geklappt. Zwei Minuten vor dem Ende musste Neuer nach einem Distanzschuss von Max abklatschen lassen, Finnbogason konnte mit dem Rebound aber nichts anfangen. Doch wenig später zeigte der Torjäger, dass mit ihm immer noch rechnen ist. In der Nachspielzeit schob er eine scharfe Cordova-Hereingabe aus kürzester Distanz zum 2:2-Endstand ein.

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Dabei sollte es dann auch bleiben. Aufgrund der kämpferischen Leistung war der Punkt nicht unverdient gewesen, Bayern machte zu wenig aus seinem Möglichkeiten. Während Augsburgs Trainer mit diesem Ergebnis etwas aus der Schusslinie ist, befindet sich Münchens Kovac nun wohl mittendrin.

FC Augsburg: Koubek – Lichtsteiner , Jedvaj , Uduokhai , Max – Oxford (63. Jensen) , Moravek , Khedira , Vargas , Richter – Niederlechner (68.Finnbogason)

FC Bayern: Neuer  – Pavard , Süle (12. Alaba) , Martinez , Hernandez – Kimmich , Thiago , Coman , Coutinho (80. Müller) , Gnabry – Lewandowski Tore: 1:0 Richter (1.), 1:1 Lewandowski (14.). 1:2 Gnabry (49.),2:2 Finnbogaso (90. + 1)

Gelbe Karten: Richter, Khedira, Koubek| Kimmich, Thiago

Schiedsrichter Daniel Siebert (Berlin)

Zuschauer: 30.660 (ausverkauft)

Alle Fotos zum Spiel: Sebastian Pfister