SPD-Spitze fordert Eingreifen von CDU-Chefin in Neonazi-Affäre

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil hat in der Affäre um einen CDU-Kreispolitiker mit Neonazi-Vergangenheit in Sachsen-Anhalt ein Einschreiten der CDU-Bundesspitze gefordert. „Es ist absolut unverständlich wie bei so klaren Anzeichen rechter Tendenzen in den eigenen Reihen Frau Kramp-Karrenbauer und Herr Ziemiak die Augen verschließen und nur durch Schweigen auffallen“, sagte Klingbeil dem „Tagesspiegel“ (Mittwochsausgabe) mit Blick auf die Affäre, welche inzwischen die Kenia-Koalition aus CDU, SPD und Grünen in Sachsen-Anhalt gefährdet. „Wir sehen in dem Verhalten der CDU Sachsen-Anhalt einen Dammbruch nach rechts.“

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Bisher scheine niemand in der Partei, weder auf Landes- noch auf Bundesebene, entschlossen, etwas dagegen zu unternehmen. „Das ist entweder naiv oder verharmlosend, auf jeden Fall ist es ein Problem und gefährlich für den Zusammenhalt in unserem Land“, kritisierte Klingbeil. „Jemand, der offen ein Nazi-Tattoo trägt und nur durch öffentlichen Druck aus dem zu rechtsextremen Netzwerken gezählten Verein Uniter austritt, hat noch lange keine zweite Chance verdient“.

Die CDU stellt sich bisher mit Verweis auf eine Läuterung des Kreispolitikers hinter ihn und strebt keinen Ausschluss an – aber auch CDU-Politiker wie Wolfgang Schäuble und Ex-Generalsekretär Ruprecht Polenz pochen auf eine klare Abgrenzung zu rechtsextremen Tendenzen.