Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Augsburger Großlabor Schottdorf

Gestern wurden bundesweit bei einer groß angelegten Razzia insgesamt 142 Wohnungen und Geschäftsräume von Unternehmen des Augsburger Großlabors Schottdorf, sowie in den Wohnungen von zwei zumindest zeitweise verantwortlichen Geschäftsführern und einigen Fahrern durchgeführt.

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Archivfoto: Dominik Mesch

Ein oberbayerisches Gewerbeamt hatte sich im Mai 2014 mit einem Verdacht an die Staatsanwaltschaft Augsburg gewandt. Diese hatte daraufhin die Ermittlungen aufgenommen, der Verdacht erhärtete sich in den letzten Monaten. Der Schottdorf-Gruppe wird vorgeworfen seit 1995 scheinselbständige Transportunternehmer für die Fahrten zwischen den Arztpraxen und sonstigen medizinischen Einrichtungen sowie den Laboren des Unternehmens beschäftigt zu haben. Trotz eines Abhängigkeitsverhältnisses sollen diese „Transportunternehmer“ wie Selbstständige abgerechnet und dadurch Beiträge zu den Sozialversicherungen nicht abgeführt worden sein.

„Der Fahrdienst transportiert Untersuchungsmaterial und Befunde zwischen Labor und angeschlossenen Arztpraxen und Krankenhäusern. Täglich werden ca. 10.000 Arztpraxen bzw. medizinische Einrichtungen angefahren. Hierzu besteht ein Netzwerk aus 450 Abholtouren, die das gesamte Gebiet der Bundesrepublik Deutschland abdecken.“, so steht es auf der Homepage von Syscomp zu lesen. Das Unternehmen ist mit dem Labor Schottdorf MVZ GmbH verbandelt. Die benannten Zahlen lassen eine große Dimension erahnen.

Matthias Nickolai, von der Staatsanwaltschaft erklärte zur gestrigen Razzia in einer Presseerklärung: „Es wurde umfangreiches Beweismaterial sichergestellt, das im Zuge der weiteren Ermittlungen, insbesondere zur Schadenshöhe und ggf. weiterer Tatbeteiligter ausgewertet wird.“

Auch in der Vergangenheit wurde bereits gegen Schottdorf ermittelt. Es steht der Vorwurf des Abrechnungsbetrugs im Raum. Zu einer Verurteilung kam es bisher noch nicht. Ein Ausschuss des Bayerischen Landtags prüft momentan ob es bei diese Ermittlungen zu Fehlern seitens der Justiz kam.