Staatstheater Augsburg | „Orfeo ed Euridice“ kommt im Herbst zurück auf die Brechtbühne

Von der Bühne in die virtuelle Unterwelt – per VR-Brille: Das Publikum wechselt in André Bückers Inszenierung von Chr. W. Glucks »Orfeo ed Euridice« zwischen analoger und digitaler Welt ­– gemeinsam mit dem Protagonisten der Oper, dem leidgeprüften, aber beharrlichen Orfeo. Am Samstag, den 25. September ist die Inszenierung als Wiederaufnahme in der Spielstätte im martini-Park zu erleben.

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Jihyun Cecilia Lee, Natalya Boeva
Foto: Jan-Pieter Fuhr

Virtual Reality wird hierbei auf eine im künstlerischen Bereich außergewöhnliche Weise und in ganz neuem Umfang eingesetzt: Für jede/n Zuschauer:in steht eine VR-Brille bereit, mittels der das Publikum – neben dem klassische Bühnengeschehen – auch an drei Stellen der Inszenierung für jeweils ca. zehn Minuten die Unterwelt aus der Perspektive des Orfeo erlebt – in drei ganz unterschiedlichen, digitalen Szenerien.

Am 10. Oktober 2020 feierte diese Inszenierung am Staatstheater Augsburg ihre Premiere, konnte allerdings, wegen der Corona-bedingten Theaterschließung, insgesamt nur dreimal gespielt werden. Endlich sind nun am 25. September 2021 Kate Allen (Orfeo), Jihyun Cecilia Lee (Euridice) und Olena Sloia (Amor) wieder auf der Bühne des Staatstheater Augsburg zu erleben und bringen den Orpheus-Mythos für das Publikum in die Jetzt-Zeit.

Nachdem Staatsintendant André Bücker in seinen Inszenierungen Video und Virtual Reality bereits vielfach kreativ und intensiv genutzt hat, sah er in der Oper »Orfeo ed Euridice« einen künstlerischen Ansatzpunkt, um VR in einer noch viel weiter reichenden Dimension zum Einsatz zu bringen. Die VR-Welt, die das Publikum betritt, erfüllt dabei eine dramaturgisch-inhaltliche Funktion: »Das konventionelle kollektive Theatererlebnis, bei dem das Publikum gemeinsam in einem Raum reale Darsteller:innen erlebt, wird aufgebrochen, sobald Orpheus in die Unterwelt reist. Jeder im Publikum kann nun per VR-Brille die Perspektive von Orpheus einnehmen, in die Unterwelt hinabtauchen und somit eine individuelle Perspektive in einer 360-Grad-Umgebung einnehmen.« Virtual Reality und klassisches Musiktheater verbinden sich zum immersiven Gesamtkunstwerk. 500 VR-Brillen stehen dabei für das Publikum bereit.

Ermöglicht wurde das digital-innovative Pilotprojekt durch die Zusammenarbeit mit der Heimspiel GmbH, die hier als Koproduzent mit eingestiegen ist. Nur durch zusätzliche Akquise von weiteren Spezialisten konnte die Agentur den gigantischen Aufwand an technischer Expertise, Kreativität und Technologie leisten, der für eine solche VR-Schau erforderlich ist. Heimspiel war bereits an den Inszenierungen von »Die nötige Folter« und Jules Massenets »Werther« (beides 2019) am Staatstheater Augsburg beteiligt.

Unter der Leitung von Wolfgang Katschner und mit Mitgliedern der lautten compagney Berlin gestalten die Augsburger Philharmoniker den Orchesterpart der Oper. Durch historisch informierte Musizierpraxis und die besondere Klangfarbe von Originalklang-Instrumenten, wird die Inszenierung auch musikalisch um eine Dimension erweitert.

Die Inszenierung erfolgt in Koproduktion mit der Agentur Heimspiel und dem Stadttheater Ingolstadt. 

Der Kartenvorverkauf für die neue Spielzeit 21/22 beginnt am Dienstag, den 7. September 2021 beim Besucherservice.