Stadt Augsburg prüft 2G-Regelung für Außengastronomie

Große Freiluftveranstaltungen am Wochenende rufen die Stadt Augsburg auf den Plan. Oberbürgermeisterin Weber: „Nicht alles was erlaubt ist, sollte in diesen extremen Pandemiezeiten auch gemacht werden“. Jetzt wird über eine Verschärfung der Regelungen nachgedacht.

2015 05 14 Fischmarkt – 34 Grill Bratwurst
Symbolbild | Foto: Wolfgang Czech

 

Die neue Coronavariante Omikron, täglich weiter steigende Inzidenzzahlen in Augsburg und die ÜberlastungderKliniken im Zweckverband versetzen die Stadt Augsburg in noch größere Alarmbereitschaft. Nachdem am vergangenen Wochenende teils größere Veranstaltungen im Freien hunderte Menschen angezogen haben,prüft die Stadt Augsburg eine Verschärfung der Schutzregelungen in der Außengastronomie. Im Moment gilt lediglich für Innenbereiche der Gastronomie die 2G-Regelung. Zudem appelliert die Stadt Augsburg ein weiteres Mal an das Verantwortungsbewusstsein der Bürgerinnen und Bürger.

OB Weber: “ Das Fehlverhalten einiger Weniger könnte nun ein weiteres Mal zu Verschärfung für Alle führen“

Oberbürgermeisterin Eva Weber: „Leider hat das vergangene Wochenende die Notwendigkeit stärkerer Schutzmaßnahmen zu Tage gebracht. Das Fehlverhalten einiger Weniger könnte nun ein weiteres Mal zu Verschärfung für Alle führen. Auch für die, die verantwortungsvoll mit den aktuellen Regelungen umgegangen sind. Das bedauern wir zutiefst. Der Freistaat hat eshierversäumt,klare Verhältnisse zu schaffen. Die Weihnachtsmärkte abzusagen,aber die Möglichkeit für Gastronomen offen zu lassen, in Außenbereichen hunderte Menschen zu bewirten, wurde leider ausgenutzt. Wir alle lauschen lieber dem Läuten der Weihnachtsglocken als den schrillen Alarmglocken, die uns täglich aus den Kliniken erreichen. Das ist menschlich. Aber das ist auch fatal. Die Lage ist ernster denn je. Nicht alles, was erlaubt ist, sollte in diesen extremen Pandemiezeiten auch gemacht werden.Ohne das Zutun Aller, kommen wir aus diesem nicht enden wollenden Coronaalbtraum nicht heraus.“

 

„Sich dem mit entsprechenden Angeboten gezielt entgegenzustellen und bewusst das Gegenteil zu provozieren, widerspricht jeglicher Selbstverantwortung.“

Ordnungsreferent Frank Pintscherklärt dazu:„Die Infektionsgefahr und damit die Gefahr, schwer zu erkranken, ist nach wie vor sehr hoch –und wird durch neue Virusvarianten nicht besser. Ganz entscheidend und dringender als je zuvor ist jetztdie Selbstverantwortung einer jeden Bürgerin und eines jeden Bürgers, Kontakte bestmöglich zu verringern. Dies gilt im privaten wie im öffentlichen Bereich. Die 2G-und 2G-plus-Regelungen, wie sie derzeit in Bayern gelten, zielen exakt auf diese Kontaktvermeidung ab. Wer hier als Gastronom oder Gastronomin nach dem Grundsatz vorgeht, dass alles erlaubt sei, was nicht ausdrücklich verboten ist und Regelungen maximal und ohne Blick auf Sinn und Zweck ausnutzt, sendet ein fatal falsches Zeichen. Gerade jetzt sind Abstand halten und Menschenansammlungen meiden Gebote der Vernunft –auch an frischer Luft! Die Notwendigkeit der Abverlegung von Intensivpatientenin andere Bundesländerspricht hier eine eindeutige Sprache: Gefragt sind eine rücksichtnehmende Solidarität, Zurückhaltung und Selbstverantwortung. Sich dem mit entsprechenden Angeboten gezielt entgegenzustellen und bewusst das Gegenteil zu provozieren, widerspricht jeglicher Selbstverantwortung.“

Augsburg-Inzidenz bei 544,6

Laut Robert-Koch-Institut liegt die 7-Tage-Inziden in Augsburg heute bei 544,6 (Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen). Das entspricht insgesamt 314 Infizierten mehr als noch vergangenen Freitag. Die im Leitstellenbereich (Stadt Augsburg, LK Augsburg, LK Aichach-Friedberg, LK Dillingen und LK Donau-Ries) zur Verfügung stehenden Intensivkapazitäten sind zu 95,5 % ausgelastet. 300 Patientinnen und Patienten werden stationär behandelt, davon 68 intensiv.