Bereits im Juli dieses Jahres kündigte die Günzburger Stadtverwaltung an, im Rahmen eines städtischen Krisenstabs Energieeinsparungsmöglichkeiten der öffentlichen Hand auszuloten und daraus konkrete Maßnahmen zu entwickeln. Dem drohenden Gas-Notstand, bedingt durch den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine und dem damit einhergehenden Wirtschaftskrieg gegen Deutschland, will die Kommune mit einem Maßnahmenpaket entgegenwirken. Einige Punkte wurden bereits umgesetzt.

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Foto: Dominik Mesch

Die drohenden Engpässe und massiven Preissteigerungen im Energiebereich haben die Stadt Günzburg schon frühzeitig zum Handeln bewogen. Im Juli 2022 wurde deshalb, auf
Anordnung des Oberbürgermeisters Gerhard Jauernig, ein städtisches Gremium, unter anderem aus Mitarbeitenden des Gebäudemanagements, Verantwortlichen der Straßenverkehrsbehörde sowie der öffentlichen Sicherheit, der Hauptverwaltung und der
Günzburger Stadtwerke, gegründet. Der Zusammenschluss hat zum Ziel, Maßnahmen zur
Energieeinsparung zu entwickeln, mit deren Umsetzung ein messbarer Beitrag geleistet
werden kann. „Wir als Kommune sehen uns in der Pflicht, alles Mögliche zu tun, um der
aktuellen Lage entgegenzuwirken und uns auf alle Eventualitäten vorzubereiten“, so OB
Jauernig. Um den städtischen Energieverbrauch zu senken, wurden die Verbräuche eines
jeden Bereiches der Stadtverwaltung mit ihren Einrichtungen und Betrieben sowie den
Stadtwerken Günzburg KU analysiert, so der OB. Dabei wurde stets das Verhältnis der
Wirksam- und Machbarkeit der Maßnahmen miteinbezogen. Das Paket umfasst wirksame
Sofortmaßnahmen und greift bereits realisierte Einsparpotenziale auf.

Raumtemperatur wird gesenkt

Ab sofort erfolgt die Abschaltung der dezentralen Warmwasserbereitung in städtischen Gebäuden nach der Kurzfristenergieversorgungssicherungsmaßnahmenverordnung (EnSikuMaV). Ebenso sind ab Anfang Oktober Senkungen der Raumtemperaturen in städtischen und öffentlichen Gebäuden nach der EnSikuMaV geplant. Insbesondere werden
dabei nicht oder wenig genutzten Räumlichkeiten sowie Büroräumen und Flure
einbezogen. Die Maßnahmen betreffend der Warmwasserversorgung sowie der Beheizung
werden unter anderem im Rathaus umgesetzt. Ausgenommen von diesen Vorkehrungen
sind Einrichtungen wie Kindertagesstätten, Schulen sowie das Alten- und Pflegeheim der
Heiliggeist-Spitalstiftung.

Waldbad: Wassertemperatur wird um 2 Grad gesenkt

Für die Beckenbeheizung des Günzburger Waldbades wurde bereits in 2021 eine neue
Luftwärmepumpe installiert, die eine Energieeinsparung um 30 Prozent gegenüber der
alten Anlage bewirkt. Der Einschaltpunkt der Wärmepumpe wurde in diesem Sommer
bereits von 25 °C auf 23 °C gesenkt.

Auch bei der Weinhachtsbeleuchtung wird gespart

Auch in Sachen Beleuchtung wurden Maßnahmen erarbeitet: Ab sofort erfolgt die Abschaltung der Außenbeleuchtung öffentlicher Gebäude. Dazu gehört unter anderem die
Beleuchtung des Stadtturms und der Frauenkirche. Während diese in der Weihnachtszeit für vier Wochen wieder eingeschaltet werden soll, wird heuer keine zusätzliche Weihnachtsbeleuchtung installiert. Dies beschloss das Gremium der Stadtverwaltung im
gemeinsamen Einvernehmen mit der Cityinitiative Günzburg, mit der Maßgabe, für die
kommende Weihnachtszeit ein zeitgemäßes und dennoch festliches Ambiente in der
Günzburger Innenstadt zu schaffen. Der große Weihnachtsbaum auf dem Marktplatz sowie
die Weihnachtsbäume am Pfarrhofplatz und in den Stadtteilen werden traditionsgemäß
aufgestellt und beleuchtet.

Ab dem 1. Oktober folgt zusätzlich die Abschaltung aller Illuminationen markanter Bauwerke bzw. Brücken Günzburgs, zu denen unter anderem die Donaubrücke, die
Hofkirche sowie die Günzbrücke am Stadtberg zählen.

In Sachen energiesparende Straßenbeleuchtung ist Günzburg bereits Vorreiter: Die Leuchtstellen sind zu 96 Prozent mit LED-Technik ausgestattet und werden durch ein
effizientes System der autarken Dimmung nachts auf bis zu 50 % der Leistung abgedimmt.
Die Stadtverwaltung betont, dass das städtische Maßnahmenprogramm mit den dargestellten Vorkehrungen noch nicht komplett abgeschlossen ist. Das Gremium wird
weiterhin mögliche Schritte zur Energiereduzierung prüfen. Weitere Energieeinsparmaßnahmen werden vor Umsetzung zunächst eingehend geprüft. Geplant ist
beispielsweise die Umsetzung von energiesparender LED-Beleuchtung in den Innenräumen
aller öffentlichen Gebäude.

„Uns ist bewusst, dass mit den Maßnahmen auch Einschränkungen für die Bürgerinnen und
Bürger entstehen. Trotzdem müssen auch wir als Kommune in dieser schwierigen Zeit
einen Beitrag zum Energiesparen leisten und offen alle Möglichkeiten in Betracht ziehen,
die uns helfen, einer Energiekrise mit drastischeren Einschnitten gemeinsam
entgegenzutreten“, sagt Oberbürgermeister Gerhard Jauernig