Gestern (15.12.2015) meldete sich der Bauherr eines vor kurzem neu errichteten Gebäudes bei der Polizeieinsatzzentrale und teilte mit, dass er kurz vor 16.00 Uhr Brandspuren an einem von vier bereits bestehenden Modulhäusern festgestellt hat. Diese Häuser in der Bismarckstraße im Bereich der Hausnummer 64 werden derzeit als Flüchtlingsunterkünfte ausgebaut, drei der Unterkünfte sind bereits bezogen, das betroffene vierte Haus ist noch unbewohnt und soll nach derzeitigem Kenntnisstand wohl erst ab Januar 2016 in Betrieb gehen.20151216_asyl_stadtbergen_004

 

Nach einer unmittelbaren Tatortbesichtigung durch die Kripo Augsburg wurde an insgesamt fünf verschiedenen Stellen an der Außenseite des Gebäude versucht, mittels mutmaßlich vor Ort aufgefundenen Holzresten Feuer zu legen. Dabei kam es lediglich an einer Stelle zu einer kurzzeitigen Brandentwicklung, wobei das Feuer offenbar von selbst ausging. Beschädigt wurde hierbei die Hausverkleidung aus Holz (knapp ein Quadratmeter Ausdehnung), an den anderen Brandlegestellen konnten lediglich Rußanhaftungen festgestellt werden. Der Gesamtschaden an dem unbewohnten Gebäude ist eher gering und dürfte sich wohl im unteren vierstelligen Eurobereich bewegen.

Die Tatzeit konnte vom 11.12.2015 bis 15.12.2015, 15.50 Uhr eingegrenzt werden. Die insgesamt rund 80 Bewohner der nicht betroffenen bereits bezogenen Häuser haben von der versuchten Brandlegung offenbar nichts mitbekommen. Nach momentanem Ermittlungsstand wird von einer Vorsatztat ausgegangen, es gibt derzeit aber noch keinerlei Erkenntnisse hinsichtlich einer möglichen Täterschaft oder eines möglichen Tatmotivs. Insbesondere wegen des angegangenen Tatobjekts werden auch ausländerfeindliche Aspekte geprüft.

An einem der Modulhäuser wurde Feuer gelegt.
An einem der Modulhäuser wurde Feuer gelegt.

Die Kripo Augsburg hat inzwischen zur Klärung der Tat eine eigene Ermittlungsgruppe eingerichtet und bittet die Bevölkerung nun um ihre Mithilfe bei der Aufklärung dieser Tat.

Wer hat im genannten Zeitraum verdächtige Wahrnehmungen rund um die Häuser an der Bismarckstraße (insbesondere Ecke Stadtberger Steig bzw. Nestackerweg) gemacht und dort ggf. Personen, die sich auffällig verhalten haben, beobachtet?

Das Landratsamt reagiert umgehend mit verschärften Sicherheitsmaßnahmen

Das Landratsamt Augsburg hat als Reaktion auf den gestern entdeckten Brandanschlag ab sofort eine Rund-um-die Uhr-Bewachung der Asylbewerberunterkunft in Stadtbergen veranlasst.

Das beauftragte Sicherheitsunternehmen wird ab heute Nachmittag (Mittwoch, 16. Dezember) 24 Stunden täglich vor Ort sein und das gesamte Anwesen durch regelmäßige Patrouillen absichern. Auch die Polizei hat zugesagt, bei der Unterkunft regelmäßig Streife zu fahren.

„Dadurch soll zum einen ein weiterer Brandanschlag vermieden werden, zum anderen soll den Bewohnern ein Gefühl der Sicherheit vermittelt werden“, so ein Sprecher des Landratsamtes. Auch wenn zum Glück niemand körperlich zu Schaden gekommen ist, haben die Bewohner gestern von der Brandstiftung erfahren. „Gerade für Menschen, die aus Angst um ihr Leben zu uns geflüchtet sind, in der Hoffnung, hier in Sicherheit zu sein, stellt diese Brandstiftung eine massive psychische Belastung dar. Deswegen muss alles zu ihrem Schutz Notwendige und Mögliche unternommen werden.“