Stadtwerke Augsburg versuchen Fahrgäste auf dicht folgende Straßenbahnen aufzuteilen

Eine gemischte Bilanz haben die Stadtwerke Augsburg (swa) nach dem Einsatz von Ordnungskräften an etlichen Haltestellen gezogen. „Es ist bisher nur teilweise gelungen, die Fahrgäste auf die dicht aufeinander folgenden Straßenbahnen zu verteilen“, zieht swa-Sprecher Jürgen Fergg ein erstes Fazit. Das bestätigt die Erfahrung nach den Sommerferien, als die swa zur Fahrgastlenkung bereits Ordner an Haltestellen eingesetzt haben. Außer zu den sogenannten „Schülerspitzen“ morgens und mittags, seien die Straßenbahnen in aller Regel eher locker belegt.

Königsplatz
Foto: Dominik Mesch

14 Ordnungskräfte haben die swa seit Dienstag zum Schülerverkehr an stark frequentierten Haltestellen im Einsatz, wie am Königsplatz, Hauptbahnhof, Rathausplatz, Wertachbrücke und Haunstetter Unterführung sowie mittags am Klinkertor und Mozarthaus.

Einerseits achten sie auf die Befolgung der Maskenpflicht an Haltestellen und in Fahrzeugen, andererseits sollen sie die Fahrgäste lenken. Denn trotz eines sehr dichten Taktes am Morgen und mittags, sind einige Straßenbahnen im Schülerverkehr immer wieder sehr gut gefüllt, „in der Regel ist die kurz darauffolgende Bahn jedoch ziemlich leer“, erläutert Jürgen Fergg. Es liege nicht an der Zahl der Bahnen oder am Takt, der zu Spitzenzeiten auf fünf oder gar drei Minuten verdichtet wird, sondern an der Verteilung auf die eingesetzten Fahrzeuge. „Alle strömen in die erste Bahn. Kommt nach drei oder fünf Minuten die Folgebahn, sind meist nur noch wenige Fahrgäste am Bahnsteig.“

Morgens und mittags: 5-Minutentakt auf allen Linien

Vom frühen Morgen bis gegen 14.30 Uhr fahren die swa einen genauso dichten Takt wie vor Corona. Von 6 bis 9 Uhr sowie von 11 bis 14 Uhr gilt auf allen Straßenbahnlinien ein Fünf-Minuten-Takt. Zusätzliche Verstärkerbahnen werden dort eingesetzt, wo mehrere Schulen sind. So fährt die Linie 2 zur Frauentorstraße in der Regel in einem Drei-Minuten-Takt, auf der Linie 3 ins Hochfeld wird der Takt ebenfalls mit Trams verdichtet und auf der Linie 4 sind zusätzliche Busse im Einsatz. „Eine noch dichtere Tramfolge etwa der Linie 2 Richtung Frauentorstraße ist auf der Strecke nicht mehr möglich“, so Fergg. Zwischen 9 und 11 Uhr sowie ab 14.30 Uhr gilt auf allen Tramlinien ein 7,5-Minuten-Takt, der bei Bedarf ebenfalls verdichtet werden kann.

„Wenn uns Corona eines gelehrt hat, dann ist das Flexibilität“, so Fergg. So reagieren die swa beim Angebot dynamisch auf das Fahrgastaufkommen. „Wir verdichten dann und auf den Linien den Takt bis zu drei Minuten, wenn viele Fahrgäste unterwegs sind.“ In Zeiten geringerer Nachfrage, fahren die swa an Werktagen untertags einen vergleichsweise immer noch dichten 7,5-Minuten-Takt auf allen Linien. „Insgesamt haben wir fast die gleiche Fahrleistung wie vor Corona, setzen die Fahrzeuge jedoch dynamisch bedarfsgerecht ein.“

Ansteckungsrisiko in Bus und Bahn gering

Der beste Infektionsschutz sei die Mund- und Nasenbedeckung. Das gelte nicht nur für den ÖPNV. Weil in Bussen und Bahnen der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, gilt dort allgemeine Maskenpflicht. Nach Auskunft des Robert-Koch-Instituts und namhafter Virologen, sei das Ansteckungsrisiko im Nahverkehr deshalb gering. So zeigten Studien, dass kaum Infektionen in Bussen und Bahnen nachgewiesen werden (vgl. Epidemiologischen Bulletin 38/2020).