Städtische Altenhilfe Augsburg verzeichnet 14 Corona Sterbefälle in den letzten sechs Tagen

Die Mortalitätsrate unter Seniorinnen und Senioren steigt erheblich. Die Städtische Altenhilfe verzeichnet 14 Sterbefälle mit einer Corona-Infektion während der zurückliegenden sechs Tage. Die Gesamtzahl der Verstorbenen, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden ist somit auf 18 gestiegen. Betroffen sind das Hospital-Stift, das Seniorenzentrum Lechrain und das Seniorenzentrum Servatius.

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Archivbild: Wolfgang Czech

 

Alle verstorbenen Seniorinnen und Senioren hatten bereits vor ihrer Covid-19-Diagnose multimorbide Erkrankungen und konnten damit weiteren gesundheitlichen Schwächungen nicht standhalten. Die Bewohnerinnen und Bewohner in den Senioreneinrichtungen schon teilweise schon vor ihrer Corona-Diagnose palliativ versorgt worden. „Jede Nachricht, dass in einem unserer Häuser ein Bewohner oder eine Bewohnerin gestorben ist, lässt die Mitarbeitenden regelrecht aufschrecken“, sagt Pflegedienstleiterin Cornelia Guillory.

Hoffnung auf Gesundung durch PCR-Tests

Im Seniorenzentrum Lechrain haben sich acht positiv getestete Bewohnerinnen und Bewohner im Alter zwischen 84 bis 96 Jahren nach der Corona-Infektion nicht mehr erholt. Dabei bestand durchaus Hoffnung auf Gesundung. So stieg bei vielen Bewohnerinnen und Bewohnern der sogenannte Ct-Wert (Cycle-threshold-Wert), der bei einem PCR-Coronatest gemessen wird, auf Werte, die auf eine bereits sehr niedrige Virusbelastung und auf ein Abklingen hinweisen. „Entscheidend ist aber, dass viele ältere Menschen, die im Verlauf stärkere Covid-19-Symptome zeigen, kaum noch Essen und Trinken wollen und dadurch sehr geschwächt sind,“ so Guillory.

Mehr als zehn Prozent Sterblichkeit prophezeit

Wir haben alles getan um gegenzusteuern, sagt Werkleiterin Susanne Greger. Dennoch könne nach Angaben bekannter Virologen die Sterblichkeit bei einem Ausbruchsgeschehen in Altenheimen über zehn Prozent liegen. Das Infektionsgeschehen habe man im Seniorenzentrum Lechrain durch die ständigen Testprogramme in der Bewohnerschaft, im Personalbereich sowie durch die separierten Pandemiezonen seit rund 14 Tagen stabil halten können. Derzeit sind noch 61 Bewohnerinnen und Bewohnerinnen positiv, wobei voraussichtlich 31 Erkrankte die Infektion glimpflich überstanden haben und demnächst deren Infektionsquarantäne aufgehoben werden kann.

Weitere sieben Erkrankte im Hospital-Stift

Mit 23 Corona-positiv getesteten Bewohnerinnen und Bewohnern kann das Hospital-Stift eine Deeskalation des Ausbruchsgeschehens verzeichnen. Es sind allerdings auch fünf Bewohnerinnen und Bewohner mit einer Corona-Infektion verstorben. Gleichzeitig gibt es weitere sieben Erkrankte, die mit starken und ausgeprägten Symptomen der Covid-19-Infektion keine guten Prognosen haben. Im gesamten Haus sind zwei Pandemiezonen so eingerichtet worden, dass diese nur in kompletter Schutzkleidung betreten werden können. Angehörigen kann daher in dieser schwierigen Phase weiterhin kein Besuch im Haus ermöglicht werden.

Wohnbereich für demenziell Erkrankte besonders betroffen

Das Seniorenzentrum Servatius hat im November zur Vorbeugung eines Infektionsgeschehens insgesamt 508 Covid-19-Testungen bei Bewohnerinnen und Bewohnern und 414 in der Mitarbeiterschaft durchgeführt. „Durch die vielen Testungen wollen wir so früh wie nur möglich eingreifen“, sagt Einrichtungsleiter Alexander Menzel. Dennoch musste auch hier ein palliativ versorgter Bewohner gemeldet werden, der mit einer Corona-Infektion verstarb. Bisher verzeichnete die Einrichtung 15 positiv getestete Seniorinnen und Senioren, die vornehmlich im beschützten Bereich der Einrichtung leben. „Besucherinnen und Besucher können dennoch in allen Wohnbereichen des Hauses empfangen werden, in denen kein Infektionsgeschehen zu verzeichnen ist. Dabei ist die Gebäudestruktur in unserem Neubau hilfreich“, erläutert Werkleiterin Susanne Greger. Sie ist überzeugt: „Ohne weitere gesamtgesellschaftliche Corona-Beschränkungen werden die Zahlen auch bei uns nicht signifikant nach unten gehen.“