Mehr als 1000 Zuschauer erlebten am Wochenende spannende und hochklassige Wettkämpfe auf dem Augsburger Eiskanal. Dort wurden die ersten drei von insgesamt sechs Qualifikationsrennen des Deutschen Kanu-Verbands (DKV) für die Nationalmannschaft im Kanuslalom ausgetragen – und die Augsburger Sportler zeigten sich in starker Form.
Am Samstag setzten sich in allen vier Bootsklassen die Favoriten souverän durch: Ricarda Funk (KSV Bad Kreuznach/Augsburg) im Kajak-Einer, Andrea Herzog (LKC Leipzig) im Canadier-Einer, Noah Hegge (Kanu Schwaben Augsburg) im Kajak-Einer sowie Sideris Tasiadis (Kanu Schwaben Augsburg) im Canadier-Einer holten jeweils zwei Siege in zwei Rennen.
Hannes Aigner sorgt für Überraschung am Sonntag
Am Sonntag, auf einer leicht veränderten Strecke, sorgte Hannes Aigner vom Augsburger Kajak Verein für eine Überraschung: Er sicherte sich den Sieg vor Marten Konrad (WSC Bayer Dormagen) und Noah Hegge. Obwohl Aigner und Hegge jeweils zwei Strafsekunden erhielten, konnte Aigner die Konkurrenz hinter sich lassen. Besonders freute sich der Sportsoldat über seinen Erfolg: „Ich habe die ganze Zeit in Augsburg trainiert und war auch nicht bei dem Lehrgang auf La Réunion.“

Zudem verlängerte sein langjähriger Arbeitgeber seinen Vertrag bis Oktober 2025, was Aigner ermöglicht, sich weiterhin voll auf seinen Sport zu konzentrieren: „Damit kann ich weiter in vollem Umfang trainieren.“
Noah Hegge zeigte sich trotz des dritten Platzes insgesamt zufrieden mit seiner Leistung: „Es ist in jedem Rennen mein Ziel, ganz vorne mitzufahren, was mir zweimal perfekt gelungen ist. Viele Sachen sind gut gelaufen, sonst wären nicht solche Ergebnisse möglich gewesen.“ Hegge reist am Montag nach Leipzig, um sich auf den zweiten Teil der Qualifikation vorzubereiten.
Andrea Herzog und Sideris Tasiadis dominieren ihre Klassen
Auch Andrea Herzog unterstrich am Sonntag ihre Ausnahmestellung. Trotz vier Strafsekunden gewann sie souverän im Canadier-Einer. Silbermedaillengewinnerin Elena Lilik (Kanu Schwaben Augsburg) konnte verletzungsbedingt nicht antreten. Für Herzog fehlt nun nur noch ein weiterer Sieg, um sich die maximale Punktzahl für die Qualifikationsrangliste zu sichern.
Sideris Tasiadis feierte ebenfalls seinen dritten Sieg in Folge. Nach dem Rennen sagte er: „Am Samstag war das Wasser schwieriger zu befahren und ich musste das Boot einige Male in meine gewünschte Richtung zwingen. Heute lief es einfacher.“ Um seine Kräfte zu schonen, wird er erst am Dienstag nach Markkleeberg reisen: „Die Saison bis Oktober ist sehr lang und ich muss sehen, wann ich Auszeiten nehmen kann, die ich zur Erholung brauche.“
Ricarda Funk bleibt ungeschlagen

Auch Ricarda Funk setzte am Sonntag ihren Erfolgslauf fort. Sie verwies Emily Apel (Kanu Schwaben Augsburg) auf den zweiten Platz, die mit nur 0,37 Sekunden Rückstand dicht dran war. Funk zeigte sich zufrieden: „Ich bin happy mit dem Wochenende“, bleibt aber fokussiert auf die weiteren Rennen. Ihre Vorbereitung, die sie sechs Wochen in Australien absolvierte, bewertet sie positiv: „Ich fühle mich auf jeden Fall wohl, so wie ich es gemacht habe und würde es wieder so machen.“
Blick auf die nächsten Rennen
Der zweite Teil der nationalen Qualifikation wird vom 2. bis 5. Mai in Markkleeberg bei Leipzig ausgetragen. Dort stehen weitere drei Rennen an zwei Tagen auf dem Programm – die besten vier Ergebnisse aus insgesamt sechs Rennen fließen in die Qualifikationswertung ein. Die Spannung im Kampf um die Plätze in der deutschen Nationalmannschaft bleibt damit hoch.


