Steigende Hochwassergefahr – auch in Schwaben bereitet man sich auf immer höhere Pegel vor

In den nächsten Tagen erwartet vor allem der Südwesten Deutschlands weitere starke Regenfälle. Die Hochwasserlage an den Flüssen wird sich somit dramatisch verschärfen.

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Hochwassergefahr am Rhein: In Köln könnte das Wasser zu Beginn der kommenden Woche auf bis zu neun Meter ansteigen. Quelle: WetterOnline

 

Großes Rheinhochwasser droht

Nach Sturm Burglind und vermehrten Regenfällen am vergangenen Mittwoch bleibt das Wetter klatschnass. „In der Südwesthälfte sind bis Samstag noch einmal flächendeckend 20 bis 70 Liter Regen pro Quadratmeter drin, in Staulagen sogar über 100 Liter“, prognostiziert Matthias Habel, Meteorologe und Pressesprecher von WetterOnline. „Hinzu kommt, dass die Böden vom anhaltenden Regen bereits wassergesättigt sind und alle Flüsse im Südwesten jetzt schon Hochwasser führen. Besonders am Rhein und seinen Nebenflüssen droht ab dem Wochenende eines der stärksten Hochwasser der letzten 20 Jahre“, so der Wetterexperte Habel weiter. In Köln ist die Hochwassermarke I (6,20 Meter) bereits schon jetzt überschritten, am Wochenende wird dann voraussichtlich die Hochwassermarke II (8,30 Meter) erreicht und die Schifffahrt eingestellt. Ein Wasserstand von bis zu neun Metern erscheint zu Beginn der kommenden Woche möglich.

Überflutungen an Bächen und Flüssen

Auch an kleineren Bächen und Flüssen im Südwesten muss bis dahin mit Überflutungen gerechnet werden. Durch die Regenfälle sind zudem auch Erdrutsche möglich. Ebenfalls können durch den anhaltenden Regen Keller überflutet werden. „In den nächsten Tagen steigen auch Main, Neckar und Mosel stark an. Jedoch ist auch hier Land in Sicht: Nach dem Wochenende lassen die Regenfälle überall nach, dann dürfte sich die Hochwasserlage allmählich entspannen“, erklärt WetterOnline Meteorologe Matthias Habel.

Auch im Allgäu und Schwaben ist teils mit Überflutungen zu rechnen

Starkregen und Tauwetter lassen auch die Pegel der Flüsse und Bäche in unserer Region immer weiter ansteigen. So wappnet man sich beispielsweise in Immenstadt (Oberallgäu) bereits vor Hochwasserständen der Iller. Auch im Raum Neu-Ulm bereitet man sich auf Überschwemmungen durch diesen Fluss vor. Dort könnte am Wochenende auch der Wasserstand der Donau noch für Probleme sorgen. Im Stadtgebiet Neu-Ulm wurden bereits erste Vorkehrungen getroffen. U.a. werden das Donaubad, als auch die angrenzende Eishalle heute geschlossen bleiben. Auch im Donau-Ries drohen Überflutungen von bebauten Flächen. Neben der Iller führt dort auch die Wörnitz zu viel Wasser mit sich. Es wurde die Hochwasserwarnstufe 3 bekanntgegeben. In Donauwörth führt die Donau aktuell fast 3,5 mal soviel Wasser wie im normalen Mittel mit sich (Stand: 6 Uhr). Hier könnte sogar Warnstufe 4 erreicht werden.

Der Lech ist im Bereich der Wertachmündung im Stadtgebiet Augsburg auf fast zweifachen Mittelwert angestiegen. Eine größere Gefahr droht dort aber wohl noch nicht. An den kleineren südlichen Zuflüsse der Donau (Günz, Mindel, Zusam, Schmutter, Paar) kann Meldestufe 1 erreicht bzw. überschritten werden. Die Schmutter beispielsweise führte bereits gestern größere Wassermengen mit sich.

Aktuelle Pegelstände der Flüsse können auf www.wetteronline.de abgerufen werden. Wer sich zusätzlich auf den Regen vorbereiten möchte, kann sich dort auch mit Hilfe des RegenRadars über die aktuellen Niederschlagprognosen informieren. Der vom Wasserwirtschaftsamt Donauwörth ausgegebene Hochwasserwarnbericht für die Kreise Günzburg, Dillingen a.d.Donau, Stadt und Landkreis Augsburg, sowie den Landkreis Aichach-Friedberg kann ebenfalls online eingesehen werden.

Das bedeuten die Hochwasserwarnstufen?