Steinmeier erinnert in Weihnachtsansprache an Anschlag von Halle

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat in seiner traditionellen Weihnachtsansprache an den Terroranschlag von Halle (Saale) erinnert. Das Bild der Eingangstür der Synagoge in Halle habe sich ihm in diesem Jahr „tief eingeprägt“, sagte Steinmeier in seiner Ansprache, die am 25. Dezember ab 19 Uhr von mehreren Fernsehsendern ausgestrahlt wird. „Es ist das Bild einer Tür. Eine mächtige, dicke Tür aus Holz und Eisen. Zwanzig Schüsse hat sie abbekommen. Zerborstenes Holz und Reste von Blei in den Einschusslöchern sind heute zu sehen.“

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Es sei ein Wunder, dass sie standgehalten habe, „dass nicht noch mehr Menschen diesem brutalen antisemitischen Anschlag zum Opfer gefallen sind – nicht noch mehr als die zwei, die ermordet worden sind“, so der Bundespräsident. „Diese Tür, diese angegriffene Eingangstür zur Synagoge, sie steht in meinen Augen für noch mehr“, fügte er hinzu. „Sie steht auch für uns. Sind wir stark und wehrhaft? Stehen wir genügend beieinander und fest zueinander?“ In diesem Zusammenhang rief das Staatsoberhaupt die Bürger dazu auf, im Alltag Zivilcourage zu zeigen. Bei dem Anschlag in Halle am 9. Oktober hatte der bis dahin nicht polizeibekannte Stephan B. die Synagoge angegriffen, war aber an der Eingangstür gescheitert. Kurz darauf erschoss er vor der Synagoge eine 40-Jährige und in einem Döner-Imbiss einen 20-Jährigen. Später wurde der Attentäter festgenommen.