Strafvollstreckungskammer erlässt Reststrafe für Bayern-Präsident Uli Hoeneß

Die 1. auswärtige Strafvollstreckungskammer des Landgerichts Augsburg mit Sitz in Landsberg am Lech hat im Verfahren gegen den Fußballfunktionär Uli Hoeneß die zur Bewährung ausgesetzte Reststrafe erlassen. Die Entscheidung ist rechtskräftig.

Zur Begründung führt das Gericht aus, dass der Verurteilte die Ende Januar 2019 abgelaufene, dreijährige Bewährungszeit ohne Beanstandungen durchgestanden hat.

Eine solche Entscheidung ist die normale Folge einer abgelaufenen Bewährungszeit, wenn weder gegen gerichtliche Auflagen verstoßen noch neue Straftaten begangen wurden.

§ 56g Absatz 1 Satz 1 StGB lautet: „Widerruft das Gericht die Strafaussetzung nicht, so erlässt es die Strafe nach Ablauf der Bewährungszeit.“

Hoeneß war wegen Steuerhinterziehung zu einer Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt. Am 2. Juni 2014 trat er seine Haftstrafe in der Justizvollzugsanstalt Landsberg an, dort wurde er nach Verbüßung der halben Haftzeit er am 29. Februar 2016 entlassen.  Die Reststrafe wurde zur Bewährung ausgesetz. Während seiner Haftzeit konnte er tagsüber beim FC Bayern München arbeiten, seine Funktion als Präsident hatte er aber abgegeben. Nach der Rückkehr aus der Haft wurde er erneut in dieses Amt gewählt.