Die Vergabe der Batteriezellforschung nach Münster und Ibbenbüren sorgt für Streit zwischen zwei CDU-geführten Bundesministerien. Das Forschungsministerium teilt mit, man habe für die Standorte „auf der Fachebene in enger Abstimmung mit dem Bundeswirtschaftsministerium“ entschieden, berichtet der „Spiegel“. Dieser Darstellung folgt das Wirtschaftsministerium nicht: Man habe diese Entscheidung Forschungsministerin Anja Karliczek überlassen.

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Das jetzige Fujitsu-Werk in Haunstetten wäre ein Top-Standort gewesen | Foto: Wolfgang Czech

Der Entschluss sei bei ihr „alleine und in alleiniger Zuständigkeit“ gefallen, heißt es aus dem Ressort von Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Karliczek steht in der Kritik, weil Ibbenbüren in ihrem Wahlkreis liegt und Münster an diesen grenzt. Die Ministerpräsidenten von Niedersachsen, Baden-Württemberg und Bayern hatten die Vergabe kritisiert. Hier wurde klar ein Standort in Augsburg favorisiert.

Augsburg hätte viel zu bieten gehabt

Im Dreieck der Autostädter München (BMW, MAN Bus & Trucks), Ingolstadt (Audi) und Stuttgart (Daimler, Porsche) gelegen galt die Fuggerstadt bis zuletzt als einer der aussichtsreichsten Bewerber. Mit dem frei werdenden Areal von Fujitsu in Haunstetten wären auch die notwendigen Gebäude vorhanden gewesen. Die unmittelbare Nähe zu den Forschungseinrichtungen im Innovationspark und die Erfahrungen in der Erforschung weiter bereits in der Automobilindustrie verwendeten Materialien, wie Carbon, hätte für den Standort gesprochen.

„Augsburg wäre der ideale Standort für die Batteriezellenfabrik gewesen. Es liegt mitten auf der Achse Stuttgart-Ingolstadt-München, dem Zentrum der Automobilindustrie in Deutschland. Synergieeffekte sind vorprogrammiert zum Vorteil aller. „Ich kann diese Entscheidung nur schwer nachvollziehen. Das Argument, die Forscher müssten täglich aus München pendeln, ist nicht plausibel. Es pendeln tagtäglich 10.000 Arbeitnehmer von Augsburg nach München und umgekehrt. Die beiden Städte liegen sehr nah beieinander und haben ein hohes Fachkräftepotential und von Wissenschaftler und Entwickler, “ so der Augsburger Bundestagsabgeordnete Volker Ullrich.

Ullrich wendet sich in einem Schreiben an die Bundesforschungsministerin Karliczek und bittet um Darlegung plausibler Gründe für die Nichtberücksichtigung.

Das Wirtschaftsministerium war in der Gründungskommission für das Forschungszentrum mit einem Abteilungsleiter beteiligt. Dieser habe „in der letzten Sitzung klargemacht, dass die Entscheidung über die Vergabe der Forschungsfabrik vom Forschungsministerium gefällt werden muss“, heißt es im Wirtschaftsministerium.