Studenten kehren an die Hochschulen für angewandte Wissenschaften zurück

Einen Mix aus Online- und Präsenzlehre und neue innovative Studiengänge erwarten die Studentinnen und Studenten in Bayern, wenn am 1. Oktober die Vorlesungszeit des Wintersemesters 2020/2021 an den 17 Hochschulen für angewandte Wissenschaften und Technischen Hochschulen beginnt. Wissenschaftsminister Bernd Sibler gab heute in München einen Überblick über die Rahmenbedingungen des Studiums in der Corona-Krise und stellte neue Studienangebote vor.

Die Hochschulen hätten das neue Semester unter veränderten Bedingungen akribisch vorbereitet und könnten dabei auf die Erfahrungen des erfolgreichen digitalen Sommersemesters zurückgreifen, erklärte Wissenschaftsminister Sibler. „Bayernweit rechne ich insgesamt mit einem ausgewogenen Verhältnis von Präsenz- und Online-Lehre. Vor allem am Beginn und am Ende des Studiums werden mehr Veranstaltungen vor Ort eingeplant, in der Mitte mehr Online-Lehre.“ Der genaue Anteil hängt von den fachlichen Schwerpunkten und den räumlichen Gegebenheiten der einzelnen Hochschulen ab. Vorrang bei den Planungen der Lehre vor Ort hätten die Erstsemester sowie die Studentinnen und Studenten in der Abschlussphase ihres Studiums. Für diese sei der persönliche Austausch besonders wichtig, betonte er. Auch praktische Veranstaltungen mit Laborbetrieb oder Projektarbeiten beziehungsweise Veranstaltungen mit künstlerisch-musischen Charakter werden prioritär behandelt. „Gerade die Lehre vor Ort ist mir wichtig, denn wir alle wollen wieder mehr Miteinander, mehr Diskurs und mehr persönliche Begegnungen. Gleichzeitig muss der Schutz der Gesundheit weiter an oberster Stelle stehen“, so Sibler.

Maximal 200 Personen pro Lehrveranstaltung auf dem Campus

Für die Lehrveranstaltungen im Wintersemester gilt ein verbindlicher Rahmen: Maximal 200 Personen dürfen eine Präsenz-Lehrveranstaltung besuchen. Zur Nachverfolgung von Infektionsketten durch die Gesundheitsämter müssen die Daten aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer jeder Präsenzlehrveranstaltung dokumentiert werden – unter Berücksichtigung der Anforderungen des Datenschutzes. Der Mindestabstand von 1,50 Metern muss bei den Lehrveranstaltungen eingehalten werden. Wo der Mindestabstand zum Beispiel in Verkehrs- und Begegnungsbereichen innerhalb der Hochschulgebäude nicht zuverlässig eingehalten werden kann, muss eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden.

Rund 35 neue Studiengänge von Künstlicher Intelligenz bis Pflege

Zum neuen Semester starten an den Hochschulen für angewandte Wissenschaften und Technischen Hochschulen rund 35 neue, innovative Studiengänge. Sie bilden vor allem Zukunftsthemen wie Künstliche Intelligenz, Digitalisierung, Energie sowie Gesundheit und Pflege ab. Rund 10 neue Studiengänge zu Informatik, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz werden an den Hochschulen angeboten, von Aschaffenburg über Ingolstadt und München nach Kempten, von Würzburg und Hof über Amberg und Weiden bis nach Regensburg. In etwa zehn neuen Studiengängen in den Ingenieurswissenschaften können Studentinnen und Studenten in Amberg-Weiden, Ingolstadt, Deggendorf, Rosenheim und Weihenstephan künftig an der Entwicklung der Technik von morgen mitarbeiten. Weitere neue Studiengänge drehen sich um den Schwerpunkt Medizin, Gesundheit und Pflege. So startet an der Hochschule Landshut beispielsweise der Bachelorstudiengang für Hebammen mit der ersten Professorin für Hebammenwissenschaft, an den Hochschulen in Deggendorf, München, Nürnberg und Regensburg der Bachelorstudiengang Pflege. „Dieses breite Angebot macht deutlich, dass unsere Hochschulen für angewandte Wissenschaften und Technischen Hochschulen echte Innovationsmotoren sind. Sie sind nah an den Themen, die unsere Zukunft bestimmen – von der Frage nach der Mobilität der Zukunft über den nachhaltigen Umgang mit unseren Ressourcen und dem Einsatz von Robotik und KI bis zur Bewältigung des demographischen Wandels“, so Bernd Sibler. Er betonte, dass der Ausbau von Forschung und Lehre in technischen Zukunftsfeldern über die Hightech Agenda Plus beschleunigt werde. So könnten schneller zusätzliche Stellen ausgeschrieben oder schon besetzt werden, die eigentlich erst für die kommenden Jahre vorgesehen waren.

Veränderte Vorlesungszeiten im Wintersemester

An den Hochschulen für angewandte Wissenschaften und Technischen Hochschulen ist rund ein Drittel der Studierenden in Bayern eingeschrieben. An dieser Hochschulart dauert die Vorlesungszeit vom 1. Oktober bis zum 25. Januar. Eine Ausnahme bilden Corona-bedingt die Studienanfängerinnen und -anfänger in zulassungsbeschränkten, grundständigen Studiengängen, die zentral vergeben werden: Für sie beginnt die Vorlesungszeit am 2. November und endet am 19. Februar, wobei eine Angleichung für alle Studienanfängerinnen und -anfänger von grundständigen Studiengängen an der einzelnen Hochschule auf Antrag der Hochschule möglich ist. Generell kann die einzelne Hochschule den Vorlesungszeitraum um bis zu vier Wochen verkürzen, wenn der vorgesehene Unterrichtsstoff studierbar angeboten wird. An den Universitäten beginnt die Vorlesungszeit im Wintersemester 2020/21 erst am 2. November und endet am 26. Februar. Auch an dieser Hochschulart sind Ausnahmen und die Verkürzung des Vorlesungszeitraumes möglich.