Studie: Dieselskandal befördert Forschung in Elektromobilität

Der Dieselskandal hat offenbar die Forschung in der Elektromobilität massiv befördert. Das ergaben Auswertungen des Deutschen Patent- und Markenamtes (DPMA), über welche die „Süddeutsche Zeitung“ (Dienstagausgabe) berichtet. Demnach veröffentlichten das DPMA und das Europäische Patentamt (EPA) im vergangenen Jahr 660 Patentanmeldungen mit Wirkung für Deutschland, die sich direkt auf Autos mit Elektroantrieb beziehen – 42 Prozent mehr als noch 2017; damals gingen die Erfindungen in jenem Bereich eigentlich bereits seit Längerem zurück.

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Bei der Batterietechnik habe die Zahl der veröffentlichten Anmeldungen um 41 Prozent zugelegt auf 2.684. Die Erfindungen für Benzin- und Dieselmotoren seien im selben Zeitraum um 13 Prozent zurückgegangen. Den Auswertungen zufolge sind deutsche Konzerne weit vorne: Bei Elektroantrieben und auch dem autonomen Fahren seien vier von zehn Patente von hiesigen Firmen gekommen, bei E-Auto-Batterien immerhin noch drei von zehn. Zu den führenden Unternehmen gehörten dabei Bosch, BMW, Audi und Daimler, heißt es in den Auswertungen.

Das alles stimme sie „optimistisch“ mit Blick auf den hiesigen Standort im internationalen Wettbewerb, sagte DPMA-Präsidentin Cornelia Rudloff-Schäffer der „Süddeutschen Zeitung“. Die größten Konkurrenten seien in den USA, China, Korea und Japan beheimatet. Da Patentanmeldungen in der Regel erst 18 Monate nach Einreichung publiziert werden, lasse sich eine Änderung im Forschungsverhalten ablesen, so die DPMA-Präsidentin weiter. Der Dieselskandal wurde ab dem Herbst 2015 ruchbar, als Volkswagen eingestehen musste, Abgaseinrichtungen bei US-Fahrzeugen manipuliert zu haben.

Seitdem erfährt die E-Mobilität einen langsamen, aber stetigen Aufschwung, der sich bei den Forschungsbemühungen zeige: „Die Anmeldedynamik bei der Elektromobilität und den zugehörigen Schlüsseltechnologien ist beeindruckend“, sagte Rudloff-Schäffer der „Süddeutschen Zeitung“.