Studie: Viele Hochschulabsolventen verlassen Ostdeutschland

Hochschulabsolventen wandern aus den neuen Bundesländern weiter stark ab. Das geht aus einer Befragung des Personaldienstleisters Studitemps und der Universität Maastricht hervor, über die das „Handelsblatt“ berichtet. Größter Verlierer ist demnach Sachsen-Anhalt mit einem Abwanderungssaldo von minus 64 Prozent.

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Das bedeutet, dass von 100 Studierenden in Sachsen-Anhalt nur 36 Absolventen dort auch in den Arbeitsmarkt übergehen. Auf den Plätzen folgen Brandenburg mit einem Saldo von minus 57 und Thüringen mit minus 49 Prozent. Problematisch für die betroffenen Bundesländer ist besonders, dass sich mit der Abwanderung ein indirekter Länderfinanzausgleich einstellt, weil investierte Bildungskosten sich nicht im eigenen Land auszahlen.

Laut der Studie macht Hamburg so ein Plus von 1,1 Milliarden Euro pro Jahr. Sachsen-Anhalt investiert auf diesem Weg jährlich knapp 304 Millionen Euro, die anderen Bundesländern zu Gute kommen. Der Wirtschaftsminister von Sachsen-Anhalt, Armin Willingmann (SPD), warnt daher vor einer Gefahr für den Arbeitsmarkt. „Der Verbleib von Hochschulabsolventen im Lande hängt maßgeblich von der Attraktivität der Arbeitsbedingungen wie auch des Lebensumfelds ab. Insoweit besteht im zunehmenden Fachkräftebedarf und seiner hinreichenden Deckung fraglos ein Risiko für die weitere wirtschaftliche Entwicklung“, sagte Willingmann dem „Handelsblatt“.

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) sieht vor allem die Unternehmen in der Pflicht. „Die Studie macht deutlich, dass sich Thüringer Unternehmen aktiv um die Absolventen der Hochschulen bemühen müssen, um frühzeitig eine Bindungswirkung aufzubauen“, sagte Tiefensee der Zeitung.