Suche nach Ersatzstandort für Kita im Stadtjägerviertel gescheitert

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Der Kindergarten St. Anna soll im Sommer schließen | Foto: privat

Die Evangelisch-Lutherische Kirche im Dekanatsbezirk Augsburg betreibt 30 Kindertageseinrichtungen mit 2150 Plätzen. Sie hat diesen Bereich in den letzten drei Jahren mit fünf Millionen Euro ausgebaut und modernisiert und dadurch 240 neue Plätze geschaffen. Die Arbeit mit Kindern und Familien ist ein absoluter Schwerpunkt für den Gemeindeaufbau der Evangelischen Kirche. Deshalb haben sich einige Gemeinden zusammenschlossen und mit ekita.net gGmbH einen Verbund gegründet, um gemeinsam die pädagogische Arbeit in ihren Kitas zu intensivieren.

Die Evangelische Kirche bedauert zutiefst, dass die Kindertagesstätte St. Anna in der Frölichstraße aller Voraussicht nach zum 31. August geschlossen werden muss, denn auf der Suche nach neuen Räumlichkeiten für die Kita im Stadtjägerviertel ist ein weiteres Objekt an den Rahmenbedingungen gescheitert: Das zunächst aussichtsreich erscheinende Geschäfts- und Wohngebäude muss laut einer Machbarkeitsstudie eines Architekturbüros aufwendig umgebaut werden, um den Vorgaben des Staatsministeriums für eine Kita zu entsprechen. Die geschätzten Kosten betragen 1,2 Millionen Euro. Die Gesellschafter von ekita.net gGmbH, dem Verbund von zehn Kindertageseinrichtungen im Evangelisch-Lutherischen Dekanatsbezirk Augsburg, machten in einer außerordentlichen Gesellschafterversammlung am Montagabend deutlich, dass diese Summe zur finanziellen Überbeanspruchung der gGmbH führen und damit den Fortbestand auch der anderen Kindertageseinrichtungen des Verbundes gefährden würde.

„Wir hatten bis zuletzt die Hoffnung, dass für die 50 Kinder ein wohnortnahes Kita-Angebot im Stadtjägerviertel geschaffen werden kann. Ich bedauere es sehr, dass wir trotz all unserer Bemühungen und der Unterstützung der Elterninitiative keinen geeigneten Ersatz finden konnten“, so Dekan Stefan Blumtritt. Um einen neuen Standort zu ermöglichen, seien die Gesellschafter von ekita.net sogar bereit gewesen, Rücklagen für die höheren Mietkosten einzusetzen und sich für die vertragliche Frist von 25 Jahren zu binden, so Blumtritt weiter. Die anteiligen Investitionskosten könne ekita.net aber nicht schultern.

Als vor drei Jahren der Verbund ekita.net die Arbeit aufnahm, begann sogleich in engem Kontakt mit der Stadt Augsburg und vielen anderen Institutionen die Suche nach einem Ersatzgebäude für die Kindertageseinrichtung St. Anna für die Zeit nach dem Auslaufen des Mietvertrags. Trotz des knappen Immobilienangebots in der Augsburger Innenstadt konnten nicht zuletzt dank der Elterninitiative gut zwei Dutzend Objekte benannt und näher geprüft werden. Sie mussten jedoch alle wieder verworfen werden, da sie nicht den Richtlinien für Freispielflächen, Brandschutz und Barrierefreiheit entsprachen, nicht innerhalb der nächsten Jahre verfügbar waren oder die finanziellen Möglichkeiten überstiegen.

Eltern, die nun einen neuen Kita-Platz suchen müssen, ermöglicht ekita.net eine bevorzugte Aufnahme ihre Kinder in anderen Einrichtungen des Verbundes, sofern dort Plätze frei
sind. Den sieben Mitarbeiterinnen der Kindertageseinrichtung St. Anna bietet ekita.net entsprechende Weiterbeschäftigungsmöglichkeiten innerhalb des Verbundes an.

„Das Scheitern dieses Objekts im Stadtjägerviertel ist ein herber Rückschlag. Dennoch werden wir die Suche nach geeigneten und wirtschaftlich vertretbaren Lösungen zusammen mit der Stadt Augsburg weiter mit großem Elan vorantreiben. Die qualifizierte und wohnortnahe Kinderbetreuung ist mir eine Herzensangelegenheit“, bekräftigt Dekan Blumtritt, „deshalb investieren wir auch in Zukunft gemäß unserem kirchlichen Auftrag in unsere Einrichtungen und prüfen gegebenenfalls gerne die Übernahme einer neuen Betriebsträgerschaft.“

Vor zehn Jahren zog der Kindergarten auf dem Gelände des diako in das ehemalige Waschhaus um, wo er sich heute noch befindet. Der Umzug war wegen des Neubaus der Stadtklink nötig geworden. Das diako stellte die Räume mietfrei zur Verfügung, die Option war jedoch auf zehn Jahre begrenzt (31. August 2014), um den weiteren Ausbau der Stadtklinik mit einem Schlaflabor zu ermöglichen. Im Laufe der letzten Jahre ermöglichte das diako, mit finanzieller Unterstützung der Kirchengemeinde St. Anna, zweimal die Umsiedlung der Freispielfläche, die im Rahmen der Klinikerweiterung nötig geworden war. In seiner Fachakademie für Sozialpädagogik engagiert sich das diako weiterhin für frühkindliche Pädagogik. Um dem Personalmangel in Kindertagesstätten entgegenzuwirken, sind vor Kurzem die Ausbildungsplätze für angehende Erzieherinnen, Erzieher und Kinderpflegerinnen und Kinderpfleger um 20 weitere Plätze auf nun insgesamt 233 erhöht worden.

Quelle: Evang.-Luth. Dekanat Augsburg

Presse Augsburg hatte vor Kurzem über die Elterninitative berichtet, die aufopferungsvoll für den Erhalt eines Kindergartens im Stadtjägerviertel gekämpft haben. Dieser Kampf scheint nun (fürs Erste) verloren.