Terroranschlag in Berlin | Gibt es Änderungen für die Weihnachtsmärkte in der Region Augsburg?

Am gestrigen Abend erschütterte ein Terrorakt in Berlin ganz Deutschland. Ein Sattelschlepper war in einen Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche gefahren und hatte zwölf Menschen getötet und viele verletzt. Doch welche Auswirkungen hat dieser Anschlag auf die Weihnachtsmärkte in der Region? Presse Augsburg hat bei den Verantwortlichen nachgefragt.

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Foto: Wolfgang Czech

Der Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt in direkter Nachbarschaft zur Gedächtniskirche gestern Abend löst auch in Augsburg große Bestürzung aus. Dabei kamen zwölf Menschen ums Leben, 48 Menschen wurden verletzt.
Auch in Augsburg wurden deshalb die Fahnen auf dem Rathausplatz seit dem Morgen auf Halbmast gesetzt. Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl: „Mit unseren Gedanken sind wir bei den Menschen in Berlin. Wir beten für die Menschen, die so unvermittelt in den Tod gerissen wurden. Unser Mitgefühl gilt vor allem den vielen Verletzten und auch den Angehörigen der Toten. Wir wünschen allen von Herzen Kraft und Stärke für die vor ihnen liegende schwierige Zeit.“

Schweigeminute heute um 18 Uhr auf dem Christkindlesmarkt

Der Augsburger Christkindlesmarkt bleibt weiterhin geöffnet. Mit einer Schweigeminute heute Abend um 18 Uhr will der Verband der Marktkaufleute und Schausteller gemeinsam mit den Gästen und Besuchern sein Mitgefühl gegenüber den Opfern in Berlin ausdrücken. Als Zeichen der Trauer wird die Christbaumbeleuchtung für kurze Zeit ausgeschaltet. Auch Oberbürgermeister Dr. Gribl sowie weitere Vertreterinnen und Vertreter der Stadtregierung haben ihr Kommen angekündigt.

Ab heute Nachmittag Sicherheitsmaßnahmen verstärkt

„Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keine Hinweise auf eine verschärfte Sicherheitslage in Augsburg. Dennoch hat auch die Polizei die Sicherheitsmaßnahmen für den Augsburger Christkindlesmarkt ab heute Nachmittag plangemäß verstärkt, unter anderem durch erhöhte Präsenz. Hundertprozentige Sicherheit wird es leider nie geben“, betont Ordnungsreferent Dirk Wurm. Bereits im Vorfeld des Christkindlesmarktes hatte es detaillierte Sicherheitsbesprechungen gegeben, in denen auch verschiedene Gefahrenszenarien durchgespielt wurden. Die Präsenz von Polizei und städtischem Ordnungsdienst rund um den Markt war mit dem Start höher als in den Jahren davor.

Auch der Friedberger Advent geht weiter

Die Stadt Friedberg hat nach dem gestrigen Anschlag heute Morgen die Lage mit dem Veranstalter, Sicherheits-, Rettungskräften und der Polizei erörtert und intensiv geprüft , ob Sofortmaßnahmen beim „Friedberger Advent“ zu veranlassen sind. Ergebnis ist, dass momentan keine weiteren Sicherungsmaßnahmen bis zum Marktende am Freitag erlassen werden – sofern von staatlichen Stellen, z.B. dem Innenministerium, keine Weisungen kommen. Ein künstliches Verriegeln der Einlässe und weiträumigere Durchfahrtssperren brächten zum Beispiel Schwierigkeiten für die Rettungskräfte im Notfall und für die Anwohnerzufahrt mit sich.

Bürgermeister R. Eichmann hat jedoch gleichzeitig veranlasst, dass das Sicherheitskonzept für den Friedberger Advent und für weitere künftige Großveranstaltungen überprüft und gegebenenfalls verschärft werden.

Bereits nach den Anschlägen von Nizza hat die Stadt Friedberg mit verschärften Sicherheitsmaßnahmen reagiert. Beim zurückliegenden  Faschingsumzug und beim Altstadtfest „Friedberger Zeit“ wurden die Sicherheitskonzepte und Notfallpläne verschärft, die Anzahl der Sicherheitskräfte erhöht, die Zufahrten beobachtet und sporadische Einlass- und Taschenkontrollen durchgeführt, ohne das an die große Glocke zu hängen. Beim Volksfest wurden straßenseitig Metallpoller angebracht, um ein mögliches Einfahren von Fahrzeugen auf den Platz zumindest zu erschweren.

Aichacher Nikolaus hielt eine Gedenkminute ab

Am Dienstagabend wude bei der Fensteröffnung des Rathausadventskalenders vom Nikolaus eine Gedenkminute für die Opfer des Anschlags in Berlin abhalten. Ansonsten läuft der Betrieb auf dem Aichacher Christkindlmarkt wie gewohnt weiter.

Für den Aichacher Christkindlmarkt gibt es ein allgemeines Sicherheitskonzept, daher werden keine zusätzlichen Maßnahmen zum Schutz des Marktes ergriffen. Aufgrund der vergleichsweise geringen Größe des Marktes sieht man bei der Stadt Aichach keine unmittelbare Bedrohung.