Titelchancen nur noch von theoretischer Natur – Leitershofen verliert bei Haching

Die BG TOPSTAR Leitershofen/Stadtbergen hat das Spitzenspiel Zweiter gegen Erster in der 1. Regionalliga Südost verloren. Am Sonntagnachmittag unterlag man beim Tabellenführer TSV Oberhaching mit 78:89 (35:39). Die Chancen auf den Titelgewinn sind für die Kangaroos somit nun nur noch von theoretischer Natur.

Die Leitershofer hatten ja bereits in den letzten Wochen etwas den Anschluss in der Tabelle auf das Team von Trainer Mario Matic eingebüßt, trotzdem hatte man bei der BG noch einmal alle Kräfte mobilisiert. Fast 100 Fans waren per Bus und mit PKWs der Mannschaft in den Münchner Süden gefolgt und wollten in wahrlich idyllischer Voralpengegend das Match verfolgen. Sie waren dadurch auf der Tribüne der Grundschule Deisenhofer numerisch in Überzahl und feuerten das Team von der ersten Minute bedingungslos an, um der Meisterschaft doch noch einmal eine Wende zu geben. Das Spiel begann sehr ausgeglichen, beim Spielstand von 16:16 nach sieben Minuten setzten sich die Einheimischen dann aber bis zum Ende des ersten Viertels auf 26:22 ab. Die Stadtberger hielten kämpferisch dagegen, und obwohl CJ Carr sehr hart, aber jeder Zeit fair verteidigt wurde, gingen die Gäste durch zwei Freiwürfe von Nedim Hadzovic, der trotz Verletzung auf die Zähne gebissen hatte, in der 19. Minute wieder mit 35:34 in Führung. Anschließend versäumte man dann aber, einen Vorsprung mit in die Halbzeit zu nehmen, stattdessen punktete der TSV wieder, 39:35 stand es zur Halbzeit. Noch war aber alles möglich.

Ein ähnliches Bild dann im dritten Viertel. Oberhaching zog mehrfach ein paar Punkte davon, die Kangaroos konterten und waren in der 29. Minute beim Spielstand von 58:60 erneut auf Schlagdistanz. Pech dann für die Leitershofer: Aufbauspieler CJ Carr musste mit einer Sprunggelenkverletzung vom Feld. Er kehrte zwar im letzten Viertel zurück, lief fortan aber nicht mehr so richtig rund, wie es so schön im Sprachjargon heißt. Die routinierten und cleveren Oberbayern nutzen dies sofort aus und zogen auf 76:60 davon. Das Spiel war dadurch entscheiden, auch wenn den kämpferisch nicht nachlassenden Leitershofern gegen Ende der Partie noch einmal eine Ergebnisverbesserung gelang. Die mitgereisten Fans verabschiedeten ihr Team trotzdem mit viel Applaus, wohl wissend, dass die Meisterschaft nicht an diesem Nachmittag sondern bereits einige Wochen zuvor entschieden worden war.

Mit diesem Erfolg hat sich Oberhaching dazu noch den direkten Vergleich gesichert (Hinspiel 88:82 für die BG) und müsste nun im restlichen Saisonverlauf fünf Spiele mehr verlieren als die Kangaroos. Das wird sicherlich nicht passieren sechs Spieltage vor Saisonende. Demzufolge geht es für die Stadtberger ab sofort um Platz zwei in der Tabelle. Diesen hält man aktuell noch inne, allerdings ist der Dritte TSV Breitengüssbach inzwischen punktgleich mit der BG. Gegen die Oberfranken geht es dann im nächsten Heimspiel nach der Faschingspause in der Stadtberger Sporthalle.

BG TOPSTAR Leitershofen/Stadtbergen: Carr (20/1 Dreier), Zink, Fiebich, Londene (8/2 Dreier), Dorsch, Benke (1), Behnisch (2), Hadzovic (14), Tesic (12/2 Dreier), Hoedt, Veney (20/2 Dreier), Richter (8/1 Dreier)

Beste Werfer Oberhaching: Boyer (22), Wohlers (18), Kögler (12), Grujic (11).

Stimmen zum Spiel:

BG-Headcoach Ian Chadwick: „Glückwunsch an Mario zum Sieg, der wohl gleichbedeutend mit der Meisterschaft ist. Es war ein hartumkämpftes Spiel, das bis zur Verletzung von CJ denke ich ausgeglichen war. Insgesamt haben wir gegen einen sehr gut verteidigenden Gegner zu wenig freie Würfe herausgearbeitet und konnten gegen die Bigmen der Hachinger auch den Rebound nicht wirklich kontrollieren. Von der Einstellung her kann ich der Mannschaft keinen Vorwurf machen, sie hat alles gegeben.“

BG-Kapitän Dominik Veney: „Wären wir mit etwas weniger Rückstand in der Tabelle hierher gereist wäre der Gegner vielleicht etwas mehr unter Druck gestanden. So war es ein schwieriges Unterfangen gegen den sehr cleveren TSV. Danke an unsere tollen Fans fürs Mitfahren, zumindest haben wir das Duell auf der Tribüne gewonnen. Wir werden nach der Pause nun alles gegeben, den zweiten Platz zu sichern“.

BG-Teammanager Andreas Moser: „Es war lange Zeit ein enges und hartes Spiel. Oberhaching war uns am Ende in Sachen Routine und Cleverness voraus, im Prinzip über die ganze Saison hinweg. Die Meisterschaft ist daher verdient. Schade nur, dass es hier vor Ort augenscheinlich kaum einen interessiert, das Match hätte mehr Zuschauer verdient gehabt.“