Tödlicher Familienstreit in Asylunterkunft in Augsburg – Polizei gibt weitere Details bekannt

Gestern Nachmittag war es in einem Wohnheim für Asylbewerber der Caritas in Augsburg-Göggingen zu einem tödlichen Familienstreit gekommen. Die Polizei gab nun weitere Details bekannt.

Goeggingen 025
Foto: Schmelzer

Samstagnachmittag war es in einer Caritas-Wohnunterkunft in der Friedrich-Ebert-Straße zu einem massivem Streit innerhalb einer afghanischen Familie gekommen. Offenbar war ein 29-Jähriger mit einem Messer auf weitere Familienmitglieder losgegangen. 

Bei der Auseinandersetzung wurden insgesamt fünf Personen (incl. Täter) verletzt und ein Jugendlicher getötet. Bei den Verletzten handelt es sich allesamt um Familienmitglieder: Vater (41 Jahre), Mutter (37 Jahre) und zwei Töchter (16 und 20 Jahre), wobei die Mutter schwerste Stichverletzungen erlitt und notoperiert werden musste. Sie befindet sich Stand jetzt außer Lebensgefahr. Die 20-jährige Tochter befindet sich wegen einem Stich in den Rücken ebenfalls in stationärer Behandlung, die Verletzungen bei den beiden anderen Familienmitgliedern sind eher leichterer Natur.

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Bei dem Täter handelt es sich um den Schwiegersohn, der mit der älteren Tochter liiert war. Die gescheiterte Beziehung und deren Umstände dürften nach derzeitigem Erkenntnisstand auch tatursächlich sein.

Caritasdirektor erschüttert

Augsburgs Diözesan-Caritasdirektor Domkapitular Dr. Andreas Magg, der kurz zuvor die Heilige Messe zum Palmsonntag in der Haus-Kapelle des Caritas-Hauses gefeiert hatte, reagierte erschüttert auf die Nachricht. „Diese schreckliche Tat macht mich zutiefst traurig. Flüchtlinge aus Afghanistan, Syrien, Somalia, Nigeria und Uganda haben dort Frieden gefunden, auch dank der hervorragenden Betreuung durch den Caritasverband für die Stadt und den Landkreis Augsburg und die Ehrenamtlichen, die sich hier für ein gutes friedliches Miteinander eingesetzt haben. Diese Gewalttat zeigt einmal mehr, dass wir nie davon ablassen sollen, uns für das Gute im Zusammenleben einzusetzen. Ich werde die Familie, die ihren Sohn und Bruder verloren hat, in mein Gebet mit einschließen.“