Traton fordert Kaufprämien für Nutzfahrzeuge

Der Chef der VW-Lkw-Holding Traton, Andreas Renschler, fordert wegen der Coronakrise Kaufprämien für Nutzfahrzeuge. „Wir brauchen jetzt ein Investitionsprogramm“, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“ (Montagsausgabe). „Wenn unsere Kunden, die Spediteure, in diesen kritischen Zeiten keine Zuschüsse bekommen, werden sie nicht investieren.“

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Man habe auf diese Weise „auch auf einen Schlag die Möglichkeit, die Flotten auf den Straßen zu verjüngen und damit sauberer zu machen“, so der Chef der Lkw-Gruppe, zu der unter anderem die Marken MAN und Scania gehören. Gleichzeitig müsste die „Verschrottung der alten Lkw und deren fachgerechtes Recyceln garantiert werden“, damit diese „nicht in anderen Ländern wieder auftauchen“. Wegen des schweren Einbruchs bei Neuzulassungen im März hatten auch die Autobauer zuletzt bereits Kaufprämien verlangt, um den Verkauf von Neuwagen anzukurbeln.

Auch die Lkw-Hersteller bekommen die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie immer stärker zu spüren. Da außer Lebensmitteln kaum noch Güter transportiert werden, halten sich die Spediteure mit der Anschaffung neuer Nutzfahrzeuge zurück. Bereits im ersten Quartal war der Umsatz bei Traton um elf Prozent auf 5,7 Milliarden Euro zurückgegangen, der operative Gewinn brach um zwei Drittel ein. „Wenn wir den Spediteuren nicht mit Investitionszuschüssen helfen, wird es am Ende für den Staat noch teurer“, glaubt Renschler.

„Die Finanzhilfen heute überbrücken nur akute Finanzprobleme, die Coronakrise wird es aber noch eine ganze Weile geben“, so der Manager. Es gehe jetzt darum, „eine systemrelevante Industrie wie den Güterverkehr funktionsfähig“ zu halten. Renschler bereitet seine Lkw-Werke unterdessen auf eine behutsame Wiedereröffnung vor. So soll nach sechs Wochen Unterbrechung die Münchner Traton-Tochter MAN ab diesem Montag ihre Produktion wieder allmählich hochfahren.

Renschler appellierte an die Politiker in Europa, für durchlässige Grenzen zu sorgen, um sicherzustellen, dass nötige Teile für den Bau von Bussen und Lkw auch in den Fabriken ankommen. Europa könne „gerade andere Akzente setzen“, kritisiert Renschler. In der EU-Kommission werde derzeit „immer noch emsig an irgendwelchen Vorschriften gearbeitet. Trotz Coronakrise“.

Es gehe um Dinge wie die „periodische Überwachung von Fahrzeugen“ oder um „bordeigene Wiegesysteme“. Dies alles sei „wichtig“, so Renschler, allerdings habe man „gerade andere Sorgen“. Seine Tage verbringe er zurzeit zuhause im Homeoffice, wo er auch schon mal in achtstündigen Vorstandssitzungen vor dem Bildschirm sitze. Allerdings fehle ihm der Alltag, so wie er vor Corona war.

„Leben mit anderthalb Metern Abstand ist halt nicht dasselbe“, so Renschler.