Der ehemalige Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) hat Koalitionen seiner Partei mit der CDU und der SPD, sogenannte „Kenia-Koalitionen“, verteidigt. „Wenn es mit der AfD eine so hohe Zustimmung für eine antidemokratische Partei gibt, müssen die Demokraten öfter lagerübergreifend koalieren“, sagte Trittin der „Bild am Sonntag“. Das sei schwierig und nötige einem „harte Kompromisse ab, ist aber notwendig. Denn die Alternative wäre, dass wir die Machtübertragung an völkische Nationalisten akzeptieren. Das hatten wir schon mal in Deutschland. Das darf sich nie wiederholen“, so der Grünen-Politiker weiter.

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In Sachsen hat die CDU unter Führung von Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Samstag der Aufnahme von Sondierungen für eine Kenia-Koalition zugestimmt. Auch in Brandenburg wird unter Führung von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) eine Kenia-Koalition sondiert. Trittin widersprach der These, dass solche Koalitionen die Ränder weiter stärken: „Nicht wenn sie handlungsfähig sind. Die Zustimmung zur AfD ist seit der Bundestagswahl in etwa konstant geblieben. Viel gefährlicher für unser Land wären Rechtsextreme an der Regierung“, so der ehemalige Umweltminister. Er zeigte sich indes skeptisch, dass ein solches Bündnis auch in Brandenburg zustande komme: „Ob es in Brandenburg zu Kenia kommt, ist nach dem Rücktritt von Ingo Senftleben eine offene Frage. Offensichtlich ist der dortige rechte Flügel der CDU mit einem Kurs der Mitte nicht einverstanden“, sagte Trittin der „Bild am Sonntag“. Am Freitag war bekannt geworden, dass der brandenburgische CDU-Chef Ingo Senftleben nach dem schlechten Abschneiden bei der Landtagswahl in der kommenden Woche zurücktreten wird.