Um die Bafög-Förderung an die aktuellen Preisentwicklungen anzupassen, hat der Bundestag die Anhebung des Satzes beschlossen. Doch die gewünschte Entlastung für Studenten bleibt in vielen Städten aus, wie eine aktuelle Analyse von immowelt.de zeigt.

Dafür wurden die Mieten von Singlewohnungen (bis 40 m²) in 68 ausgewählten Studentenstädten mit der künftigen Bafög-Wohnpauschale verglichen. Das Ergebnis: Trotz der Erhöhung ist in 33 der untersuchten Städte die Kaltmiete höher als der Zuschuss. Am größten ist die Differenz in München. In der bayerischen Landeshauptstadt kostet eine Studentenbude im Median 790 Euro kalt – das sind 465 Euro mehr als die Wohnpauschale von 325 Euro. Selbst wenn Studenten ihren kompletten Bafög-Satz für die Miete verwenden, reicht der gerade so aus. Doch dann bleiben noch die monatlichen Ausgaben für Nebenkosten, Lebensmittel oder andere notwendigen Anschaffungen des täglichen Lebens.

Große Unterschiede auch in Frankfurt, Stuttgart und Berlin

Hinter München ist in Frankfurt und Stuttgart der Unterschied zwischen Miete und Wohnpauschale am größten. In der Finanzmetropole zahlen Studenten für die Miete 205 Euro drauf, in Stuttgart 175 Euro. Auch in Berlin reicht der Zuschuss bei Weitem nicht aus. Jahrelang konnten Studenten in der Hauptstadt günstig wohnen, durch den steigenden Zuzug klettern die Mieten dort aber immer weiter. Aktuell kostet eine Studentenbude im Mittel 470 Euro – das ist die vierthöchste Kaltmiete aller untersuchten Städte. Für Bafög-Empfänger heißt das, sie müssen 145 Euro mehr zahlen, als sie mit der Wohnpauschale erhalten.