Der TSV Haunstetten kehrt als Derbysieger aus Friedberg zurück. Die Handballer konnten in der Bayernliga ihrem Rivalen aus Augsburg nur eine Halbzeit lang Paroli bieten. Das 19:27 (11:10) lässt sie weiter zurückfallen.

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Symbolbild

Der erste Saisonsieg vom letzten Wochenende gab der jungen Friedberger Mannschaft im ersten Durchgang viel Rückenwind. In einer umkämpften, aber insgesamt torarmen Begegnung ohne echte Höhepunkte hatten die Gastgeber in der ausverkauften TSV- Halle zunächst mehr vom Spiel. Die Abwehr hatte die Haunstetter Angreifer gut im Griff, Ballgewinne führten zu Kontern und auch das Positionsspiel funktionierte. Wieder einmal war der Veteran Fabian Abstreiter der beste Akteur vor dem gegnerischen Tor. Er sollte an diesem Abend gleich zehn Mal treffen.

Nach dem 6:4 in der zehnten Minute fielen längere Zeit kaum noch Treffer. Friedberg schaffte es nicht, wegzuziehen, konnte aber meist eine knappe Führung halten. Das lag auch an Torhüter Raphael Karl, der nach gut 20 Minuten in den Kasten kam und viele schöne Paraden zeigte. Mit nur noch Sekunden auf der Uhr zog Abstreiter ein letztes Mal unwiderstehlich Richtung Tor und setzte den Ball genau in den Winkel. Das 11:10 zur Pause machte dem großen und lautstarken Friedberger Anhang viel Mut für den zweiten Durchgang.

Aber der Start misslang Friedberg gründlich. Auch Haunstetten hatte jetzt seinen Keeper gewechselt, und Manuel Stöhr machte ein großes Spiel. Mehrfach hielt er freie Bälle, Friedberg vergab jetzt einige Konter und Würfe frei aus sechs Metern. Dazu stand die Deckung nicht mehr so gut, der TSV bekam Spielmacher Maxi Schnitzlein und besonders Shooter Alexander Horner nicht mehr unter Kontrolle.

Somit schaffte Friedberg sein zweites Tor nach der Pause erst in der 41. Minute. Und hatten die Haunstetter gleich 30 Minuten gebraucht für ihre ersten zehn Treffer, so schafften sie die zweiten zehn in weniger als 14. Nach dem 16:21 Mitte des zweiten Durchgangs nahm Trainer Andreas Dittiger seine Auszeit.

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Doch diese Partie konnte seine junge Mannschaft nicht mehr drehen. Haunstetten agierte in der Schlussphase souverän, angefeuert von seinen vielen Fans, die jetzt natürlich erst recht Betrieb machten. In den letzten Minuten versuchte Friedberg nochmals alles und gab sich auch nie auf, aber viele Aktionen versandten oder führten durch Hektik zu leichten Ballverlusten. Kurz vor Schluss kam sogar Gästekeeper Stöhr zu einem Treffer, nachdem der TSV seinen Torhüter für einen zusätzlichen Angreifer herausgenommen hatte und ein Kreisanspiel misslang.

Das 19:27 (11:10) im Derby gegen Haunstetten zeigte, dass es der jungen Friedberger Mannschaft noch an der Konstanz fehlt. Coach Dittiger schlug in dieselbe Kerbe: „Vor der Pause haben wir uns nicht belohnt für die ausgezeichnete Deckungsarbeit. Leider haben uns dann die vielen Fehlwürfe das Genick gebrochen, auch in der Abwehr hat uns danach der Zugriff gefehlt. Diese Niederlage schmerzt uns sehr, denn man hat in den ersten 30 Minuten gesehen, was möglich gewesen wäre. Jetzt gehen wir in eine dreiwöchige Pause und werden uns regenerieren, ehe die schwere Aufgabe in Waldbüttelbrunn auf uns wartet.“

Domenico Giannino