Auch im zweiten „Abstiegsendspiel“ reichte es für die Drittliga-Handballerinnen des TSV Haunstetten nicht zum Sieg: nach der Niederlage in Pforzheim verspielten die Rot-Weißen nun mit einem 29:29 (17:13) bei der SG Kappelwindeck/Steinbach die nächste Möglichkeit sich von den Konkurrenten weiter abzusetzen.

Trainer Herbert Vornehm war nach Spielende dementsprechend bedient: „Das war in fast allen Bereichen zu wenig. Körpersprache und Gesichtsausdruck müssen in solchen Partien einfach stimmen und an die Absprachen in der Defensive haben wir uns auch nicht gehalten.“ Tatsächlich hatten die Rot-Weißen die gesamte Auseinandersetzung größte Probleme mit den beiden Topwerferinnen der Südbadener, Quist und Elies, die es jeweils auf zehn Feldtore brachten, und ihre Farben damit praktisch alleine im Spiel halten konnten. Haunstetten zeigte im ersten Durchgang die bessere Anlage, ließ aber bereits hier durch Fahrlässigkeit einige gute Gelegenheiten liegen. Heimtrainer Arnold Manz, bekannt durch stetig variierende Abwehrsysteme, hatte kurz vor der Pause die gewinnbringende Lösung gefunden: mit einer kurzen Deckung gegen Patricia Horner legte er den Spielfluss des TSV Haunstetten fast völlig lahm. Die 17:13-Führung war neun Minuten nach Wiederanpfiff dadurch fast aufgebraucht (19:18), da man kaum noch Sicherheit in den Ballpassagen fand. „Give and go“ wäre hier das entscheidende Mittel gewesen,“ erklärte Co-Trainer Max Högl, der in der zerfahrenen zweiten Spielhälfte viel zu wenig Bewegung gegen eine immer offensiver agierende Heim-Sieben ausmachte. Der 26:26-Ausgleich (55.) läutete eine hochspannende Endphase ein, in der sich der TSV tatsächlich noch den entscheidenden Vorteil erarbeiten konnte. Aber trotz Überzahl und einer 28:26-Führung ließ man sich noch düpieren und kassierte bei 59:46 den Ausgleich.

Bezeichnenderweise scheiterte Sarah Irmler ausgerechnet bei ihrem sechsten Siebenmeter mit dem Schlusspfiff, und man wusste auf TSV-Seite nicht so recht, was man mit diesem Resultat anfangen sollte: „Die Konkurrenz sitzt uns dadurch weiter im Nacken, und statt einem Sieg benötigen wir jetzt zwei aus den letzten vier Partien,“ prognostiziert Vornehm.

TSV: Frey, Callsen-Bracker (Tor); Irmler (9/5), Keßler, Hänsel (je 5), Horner (4), Duschner (2), Bohnet, Walter, Knöpfle, Hoffmann (je 1), Niebert, Henkel, Joerss