Die Fans hatten das Heimspiel der Augsburger Panther unter das Zeichen des Turamicheles gestellt, dessen Heldenmut der AEV auch benötigte. Nach einer verrückten Schlussphase holte man trotz zwischenzeitigem 3-Tore-Rückstands eine 7:6-Sieg nach Verlängerung.

Nach dem überragenden Auswärtssieg am Freitag in Berlin bekamen es die Augsburger Panther am Sonntagabend mit den Kölner Haien zu tun. Konnten sie diese ebenfalls, wie es die Augsburger Sagenfigur Turamichele auf der Fanchoreo vormachte, bezwingen?
Wie schon beim Deutschen Meister zeigte sich der AEV zu Beginn jedenfalls stabil, geriet aber dennoch in Rückstand. Bailen hatte abgezogen, die Scheibe fand vorbei an Freund und Feind den Weg ins Tor (13.).
Die neuformierten Panther lassen sich von solchen Dingen aber aktuell nicht aus dem Tritt bringen. Zielstrebig suchten sie auch nach der ersten Pause den Weg nach vorne, mit Erfolg. Zajac konnte nach tollem Zuspiel von Damiani den Ausgleich erzielen. Weil man wenig später Wohlgemuth vor dem Tor von Strauss Mann ungehindert abfälschen ließ, musste man aber schon bald wieder einem Rückstand hinterherlaufen. Als Kunyk nach einem sehenswerten Angriff im Powerplay auf 2:2 stellen konnte, hatte Augsburg eine starke Phase, verpasste es aber die erstmalige Führung zu erzielen. Die Rache folgte auf dem Fuß. Mit einem Doppelschlag innerhalb von 17 Sekunden durch Vittasmäki und Aubry konnte die Gäste davonziehen. Die Vorentscheidung war dies allerdings noch nicht. Die Haie bissen sich in der Folge zwar deutlich fest und machten Druck auf das Augsburger Tor, verpassten ihrerseits aber den Ko. Weil Hakulinen (unter Mithilfe eines gegnerischen Schlittschuhs) 16 Sekunden vor der zweiten Pausensirene der Anschlusstreffer zum 2:3 gelang, war im Schlussdrittel noch alles drin.
Was für ein Heldenmut!
Sollte jetzt der Heldenmut des Turamichele die Schwaben im Kampf gegen das „Böse“ vom Rhein beflügeln? Zunächst galt es aber eine fünfminütige Unterzahl zu überstehen. McCourt hatte Wohlgemuth mit einem Stockcheck in die Bande geschickt und musste dafür vorzeitig unter die Dusche (siehe eigener Beitrag). Currie nützte den Raum auf dem Platz und fälschte die Scheibe verdächtig weit über dem Eis zum fünften Kölner Treffer ab (44.). Nachdem Vittasmäki zehn Minuten vor dem Ende den Vorsprung sogar auf drei Treffer erhöht hatte, bedarf es nicht nur Heldenmut, sondern einer echten Heldentat und diese ließen die Augsburger Panther folgen. Zajac, Oblinger und Busdeker konnten innerhalb von drei Minuten das Spiel ausgleichen. Keine fünf Minuten vor der Schlusssirene hatte die Aufholjagd begonnen. Die Hölle des Südens kochte. Seit der Anfangsviertelstunde war der AEV (mehrfachen) Rückständen hinterhergelaufen und konnte nun noch in die Overtime. Bast verpasste den Haien dort den entscheidenden Stoß und sicherte den Fuggerstädtern tatsächlich den nicht mehr für möglich gehaltenen Sieg. Turamichele wäre stolz gewesen!
AEV: Mann, Keller – Blumenschein, Köhler, Busdeker, Reul, Zajac, Renner, Schemitsch, McCourt – Volek, Louis, Damiani, Kunyk, Hanke, Bast, M. Elias, Oblinger, Tosto, Zengerle, Hakulinen
Tore: 0:1 Bailen (Grenier/MacLeod) (13.), 1:1 Zajac (Daminani/Zengerle) 23., 1:2 Wohlgemuth (Currie/Bailen) 27., 2:2 Kunyk (Damiani/Zajac) 29., 2:3 Vittasmäki (Almquist/Austin) 33., 2:4 Aubry 34. 3:4 Hakulinen (Köhler/Bast) 40., 3:5 Currie (Almquist/Austin) 44., 3:6 Vittasmäki (Grenier/MacLeod) 51., 4:6 Zajac (Kunyk/Damiani) 55., 5:6 Oblinger (Zajac) 57. 6:6 Busdeker (Louis/Zajac) 58. 7:6 Bast (Kunyk/Mann) 64.
Schiedsrichter: Gofman, Kohlmüller | Tschierner , Ondracek Strafzeiten: Augsburg 9+20 McCourt – Köln 10
Zuschauer: 6.074
Sperre nach Foul | Augsburger Panther müssen auf Riley McCourt verzichten


