Die jüngsten Beschlüsse des Bayerischen Kabinetts sind deutlich: Es wird keine Weihnachtsmärkte in Bayern geben. Damit ist auch der Augsburger Christkindlesmarkt, der am Montag eröffnet hätte, abgesagt.20191206 Haunstetter Christkindlesmarkt Cwo25

Für Oberbürgermeisterin Eva Weber ist die Entscheidung bei der herrschenden Infektionslage klar nachvollziehbar, wenn auch ausgesprochen bedauerlich: „Verantwortung zu übernehmen erfordert leider, auch harte Entscheidungen treffen zu müssen. Wir tragen diese zwar schweren Herzens, aber auch aus Solidarität mit allen, die sich im Gesundheitswesen gerade für uns alle aufreiben und seit Monaten jeden Tag und jede Nacht selbstlos an ihre Belastungsgrenzen gehen und mit allen Erkrankten und deren Angehörigen mit. Die Entscheidung des Freistaats, die Weihnachtsmärkte auszusetzen, ist hart – nicht nur für die Menschen, die sich nach all der langen Zeit der Entsagung so sehr darauf gefreut haben und mit ihrer Impfung auch zur Bekämpfung der Pandemie beigetragen haben, sondern besonders für die betroffenen Marktkaufleute des Augsburger Christkindlesmarktes, die nach fast zwei Jahren so dringend auf diese Zeit angewiesen wären. Es stehen Existenzen auf dem Spiel. Wir haben bis zuletzt gehofft, dass eine solche Entscheidung nicht getroffen werden muss. Für diesen Fall wären wir mit unseren Hygienekonzepten vorbereitet gewesen. Nun ist es an Bund und Land, die existentiellen Härten auszugleichen und damit den Grundstein zu legen, dass hoffentlich nächstes Jahr nach Beendigung der Pandemie die Marktkaufleute rund um den Christbaum für alle uns die Adventszeit bereichern.“

Bis zuletzt am Konzept gearbeitet

Mit einem durchdachten Regel- und Hygienekonzept, weniger Buden und weiteren dezentralen Standplätzen in der Innenstadt hatte die Stadt die Durchführung des Christkindlesmarktes vorbereitet. Wirtschaftsreferent Dr. Wolfgang Hübschle: Die Stadt Augsburg hat bis zuletzt an Konzepten gearbeitet, damit der Christkindlesmarkt stattfinden kann, weil bei einer Absage des Christkindlesmarktes Verdrängungseffekte in geschlossene Räume befürchtet wurden. Auch schienen isolierte Verbote von Weihnachtsmärkten als Veranstaltungen unter freiem Himmel mit geringem Infektionsrisiko bei nur wenigen Einschränkungen in anderen gesellschaftlichen Bereichen mit höherem Infektionsrisiko zur Pandemiebekämpfung wenig geeignet.

Die jetzt vom Freistaat vorgestellten Beschränkungen in zahlreichen Bereichen des öffentlichen Lebens zur Verringerung von Kontakten gehen über die isolierten Maßnahmen weit hinaus. Die Schließung von Bars, Clubs und Diskotheken, aber auch eine Sperrstunde ab 22 Uhr für die Gastronomie sind entscheidende Schritte in der Pandemiebekämpfung. Damit muss die Stadt Augsburg dann auch mit großem Bedauern den diesjährigen Christkindlesmarkt absagen.“

Minister Aiwanger: „Neue Corona-Maßnahmen sind nötig. Wir müssen aber betroffene Branchen gezielt unterstützen.“

Solidarität mit Erkrankten und Klinikpersonal

Oberbürgermeisterin Eva Weber betont, dass die Absage des Christkindlesmarkts angesichts steigender Infektionszahlen auch ein Akt der Solidarität sei mit allen Erkrankten und deren Angehörigen und mit allen, die in den Kliniken um das Leben von Corona-Patienten kämpfen.