TV-Journalist Ulrich Kienzle gestorben

Der TV-Journalist und Nahost-Experte Ulrich Kienzle ist am Donnerstag im Alter von 83 Jahren gestorben. Das teilte das ZDF am Freitag mit. Bekannt war Kienzle vor allem als Moderator des ZDF-Politikmagazins „Frontal“ geworden, in dem er sich regelmäßig nach der Einleitung „Noch Fragen Kienzle? Ja, Hauser!“ Wortduelle mit seinem Co-Moderator Bodo Hauser lieferte.

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Kienzle, der unter anderem die Hauptredaktion Außenpolitik des ZDF leitete, war ein profunder Kenner des Nahen Ostens. Sein Interview mit Saddam Hussein wurde zu einem zeitgeschichtlichen Dokument. In den 1960ern hatte er seine Karriere beim Süddeutschen Rundfunk begonnen, und berichtete als ARD-Korrespondent aus verschiedenen arabischen Ländern, 1990 wechselte er zum ZDF.

ZDF-Chefredakteur Peter Frey würdigt den Verstorbenen: „Ulrich Kienzle war ein Top-Journalist. Er hat die Welt vor Ort in Augenschein genommen, um die Konflikte wirklich zu verstehen, über die er dann berichtet hat. Mit seiner Lust, Kante zu zeigen und mit seinem verschmitzten Humor hat er an der Seite von Bodo Hauser ZDF- und Fernsehgeschichte geschrieben.“

In seinem Buch „Abschied von 1001 Nacht – Mein Versuch, die Araber zu verstehen“ hat Ulrich Kienzle basierend auf seinen Erfahrungen vor Ort einen persönlichen Blick auf 40 Jahre Nahostkonflikt geworfen. 2014 hat seine Ehefrau Ilse Kienzle ein daran anknüpfendes Buch herausgebracht. In „Die Frau des Journalisten“ beschreibt sie, wie sie an der Seite des Fernseh-Korrespondenten den libanesischen Bürgerkrieg miterlebte.