Typisierungsaktion in Senden ein Erfolg – Spender für Lukas scheint gefunden

Bei der Typisierungsaktion für Lukas und andere Betroffene, die das Team von „Heart for Life e.V.“ zusammen mit der Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern (AKB) am Sonntag, 17. Februar 2019, von 11.00 bis 16.00 Uhr im Bürgerhaus Senden organisiert hat, haben sich 419 potenzielle Spender und Spenderinnen in die weltweite Stammzellspenderdatei aufnehmen lassen.

„Wir sind von dem Engagement aller Helfer und Helferinnen überwältigt und freuen uns, dass so viele potenzielle Stammzellspender in Senden dem Beispiel von Raphael Bögge, dem Ersten Bürgermeister von Senden, gefolgt sind, und sich ebenfalls typisieren ließen. Sie alle sind potenzielle Lebensretter, die einem Patienten bei der Übereinstimmung der Gewebemerkmale die Chance auf Heilung geben können. Das ist einfach großartig!“, freut sich Herr Dr. Knabe, Gründer und Vorstand der Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern.

Und wie es aussieht, gibt es auch schon einen passenden Spender für den 17-jährigen Lukas aus Unterfahlheim: “Wir haben von der Klinik, die Lukas behandelt, erfahren, dass ein potenzieller Spender gefunden wurde”, freut sich die Mutter von Lukas. “Aber natürlich müssen wir noch abwarten, bis die letzten Untersuchungen abgeschlossen sind und alles bereit ist für eine mögliche Transplantation. Schließlich muss der Spender erstmal kontaktiert werden. Anschließend wird geprüft, ob er gesund und weiterhin bereit ist, seine Stammzellen zu spenden. Wir hoffen natürlich das Beste”, so die Mutter von Lukas.

„Mit jeder Typisierung erhöht sich die Chance, einen passenden Spender für einen Patienten zu finden“, erklärt Dr. Knabe. „So ist es für Lukas sehr wichtig gewesen, dass bereits in der Vergangenheit Typisierungen stattgefunden haben, genauso wie es für zukünftige Patienten enorm wichtig ist, dass sich heute und in Zukunft möglichst viele Menschen typisieren lassen“, betont Dr. Knabe.

Deutschlandweit erkranken jedes Jahr 13.700 Menschen neu an Leukämie (Stand 2014; Quelle: “Krebs in Deutschland”; Hrsg. Robert-Koch-Institut). Weltweit sind es noch viel mehr. Die Heilungschancen stehen bei Blutkrebs hingegen relativ gut. Für 9 von 10 Patienten wird ein geeigneter Spender gefunden, berichtet das Zentrale Knochenmarkspenderregister Deutschland (ZKRD) auf seiner Webseite. Und auch, dass 75 % der Patienten nach 3 Monaten ihren Spender gefunden haben. Zwar sind die Spenderzahlen in den letzten Jahren angestiegen, allerdings fehlen für viele Patienten – auch in Deutschland – immer noch die passenden Stammzellspender, der genetische Zwilling sozusagen.

Das ZKRD kann nach eigenen Aussagen auf rund 8.000.000 deutsche Stammzellspenderdaten zugreifen. Wünschenswert für alle Patienten wäre es natürlich, wenn die Bereitschaft, sich typisieren zu lassen, in der Zukunft weiter wächst. „Dafür kämpft die Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern und hat sich vor allem auf die Neuregistrierung von Stammzellspendern bayernweit spezialisiert, um eine persönliche Betreuung vor Ort gewährleisten zu können“, so Dr. Knabe.

„So hoffen wir zusammen mit allen anderen Spenderdateien, dass viele Personen sich typisieren lassen, um Leukämiepatienten die Chance zu geben, mehr Zeit mit ihren Lieben auf dieser Welt zu verbringen“, äußert Dr. Knabe.

Die Typisierung dauert nur wenige Minuten. Aus einem Wangenabstrich oder einer Blutprobe werden die Gewebemerkmale des Spenders analysiert, die anonymisiert in einer weltweit vernetzten Spenderdatenbank gespeichert und so den Transplanteuren zur Verfügung gestellt werden. Wer sich über weitere Typisierungen in seiner Region informieren oder sich direkt ein Lebensretterset nach Hause bestellen möchte, kann dies einfach über die Webseite der Stiftung AKB tun: www.akb.de

Die Mitarbeiter der Stiftung AKB beantworten außerdem jederzeit gerne Fragen zu den Themen Leukämie und Stammzellspende über das Kontaktformular auf der Homepage und über ihre Facebook-Seite: https://www.facebook.com/ AktionKnochenmarkspendeBayern.

Und wer sich nicht als Stammzellspender registrieren lassen kann oder will, kann trotzdem helfen Leben zu retten: zum Beispiel durch eine Geldspende an die Stiftung AKB, die die Registrierung neuer Stammzellspender erst ermöglicht.