Mit Warnstreiks in 23 Betrieben in Augsburg und Nordschwaben blickt die IG Metall Augsburg auf zwei erfolgreiche Warnstreikwochen zurück. „In dieser ersten Phase haben die Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie eindrucksvoll bewiesen, dass sie hinter unserer Forderung stehen“, so Roberto Armellini 1. Bevollmächtigter der IG Metall Augsburg. Die IG Metall fordert 8 Prozent tabellenwirksame Entgelterhöhung und eine Laufzeit von 12 Monaten.Ahd

Beide Warnstreikwochen waren von einer extrem hohen Beteiligung der Kolleginnen und Kollegen geprägt. Die Beschäftigten machten ihrem Unmut und ihrer Wut Luft. „Wir erleben bei allen Warnstreiks, dass der Ärger der Beschäftigten auf ihre Arbeitgeber nochmal spürbar gewachsen ist. Die Menschen sehen jeden Tag in den Werken, wie gut die Geschäfte laufen. Und sie kennen auch die guten Umsätze und Gewinne ihrer Unternehmen. Viele empfinden es als Frechheit, dass die Arbeitgeber ihnen immer noch keine Prozentzahl angeboten haben.“ So Johann Horn, Bezirksleiter der IG Metall Bayern und bayerischer Verhandlungsführer.

Besonders ausschlaggebend für die Wut der Beschäftigten ist das Verhalten des bayerischen Arbeitgeberverbandes. Der vbm hatte am Dienstag in der vierten Tarifverhandlung sein viel zu schwaches Angebot aus der dritten Tarifverhandlung lediglich wiederholt und immer noch keine Prozentzahl für eine Entgelterhöhung angeboten. Der vbm bietet nur 3000 Euro als einmalige Inflationsausgleichszahlung an. Bei einer Laufzeit von 30 Monaten und gleichzeitiger Forderung von Differenzierungen im Betrieb. Ein mehr als unzureichendes Angebot.

Insgesamt beteiligten sich in Bayern rund 86200 Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie an den Warnstreiks. Mit kreativen Ideen, Demonstrationszügen, Kundgebungen und Frühschlussaktionen setzten die Beschäftigten ein deutliches Signal. „Wir sind kampfbereit. Wir kämpfen für unsere Forderung, denn wer die Preise kennt braucht die 8 Prozent!“, heißt es in den Betrieben. „Mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen der Lebenshaltungskosten und Energiepreise ist unsere Forderung wichtig, richtig und bezahlbar! Die Betriebe haben trotz Krise gute Gewinne erwirtschaftet. Es ist jetzt Zeit einen Teil dieser Gewinne an die Beschäftigten weiterzugeben. Schließlich haben Sie maßgeblich dazu beigetragen diese zu erwirtschaften. Es ist jetzt eine Frage des Anstandes und der Wertschätzung in diesen unsicheren und herausfordernden Zeiten den
Beschäftigten etwas zurückzugeben“ so Roberto Armellini.

In den kommenden Tagen wird die IG Metall die nächste Phase der Tarifbewegung einleiten. So auch die IG Metall Augsburg. In der nächsten Woche folgen in Augsburg, Dillingen und Donauwörth zentrale Warnstreiks. „Wenn es sein muss, sind wir auch bereit in die Tageswarnstreiks zu treten“ sagt Roberto Armellini