Seit 1990 ist Bernd Kränzle als Augsburger Abgeordneter im Landtag vertreten. Wohl die meisten haben mit einer erneuten Kandidatur als Direktkandidat bei den Wahlen im kommenden Jahr gerechnet. Jetzt erklärte der frühere Staatssekretär seinen Verzicht.

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Heute platzte eine „Politbombe“. Bernd Kränzle verzichtet auf den Platz als Direktkandidat der CSU für den Stimmkreis Augsburg-Stadt-Ost bei den Landtagswahlen im kommenden Jahr. Für diesen Platz brachte der frühere Staatssekretär mit Andreas Jäckel den Bezirksvorsitzenden im Augsburger Osten ins Spiel. Der Haunstetter hatte erst gestern den Vorsitz des dortigen Ortsverbands an Christian M. J. Rauch übergeben. Diesen Posten hatte Jäckel seit 20 Jahren inne, nun könnte der Sparkassenangestellte in das Maximilianeum einziehen.

1990 war Kränzle das erste Mal in den Landtag eingezogen. Ob der Verzicht aber auch gleichbedeutend mit dem Abschied aus der Landespolitik ist bleibt abzuwarten. In seiner Erklärung hieß es: „Die Option, den Einfluss Augsburgs im Bayerischen Landtag durch einen 3. CSU-Abgeordneten zu stärken, soll Realität werden.“ Dies lässt darauf deuten, dass der 74-jährige als Listenkandidat antreten könnte. Als langjähriger Abgeordneter ist ihm auch auf diesem Weg der Einzug in das Landesparlament zuzutrauen.

„Die Strategie der CSU läuft darauf hinaus, über die schwäbische Bezirksliste einen weiteren Landtagsabgeordneten, auch im Zusammenwirken mit der erfolgreichen Stadtpolitik von Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl, zu erreichen. Ich bin bereit, meine umfangreiche politische Erfahrung einzubringen und mich weiter einzusetzen.“, so Kränzle weiter.

Nachdem sich Kränzle klar für Jäckel positioniert hat, scheint Leo Dietz, der Bezirksvorsitzende im Augsburger Westen, aus dem Rennen. Dem Gastronom wurden bereits sein längerer Zeit entsprechende Ambitionen nachgesagt. Wie Jäckel sitzt Dietz im Augsburger Stadtrat. Dort ist er Stellvertreter von Kränzle, der dort als Fraktionsvorsitzender der CSU ebenfalls vertreten ist.