Überregional | Explosion in der Ansbacher Innenstadt – Selbstmordanschlag naheliegend

Am Sonntagabend (24.07.2016) kam es zu einer Explosion in der Ansbacher Innenstadt, bei der eine Person getötet wurde. Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich bei dieser Person um den eigentlichen Tatverdächtigen handelt.20140801_polizei_01 Überregional | Explosion in der Ansbacher Innenstadt - Selbstmordanschlag naheliegend News Polizei & Co #Ansbach Anschlag Expolsion Terror | Presse Augsburg

Am Sonntag fand der letzte Konzerttag des Festivals „Ansbach Open“ in der Reitbahn am Schloss vor etwa 2.500 Zuschauern statt. In unmittelbarer Nähe zur Veranstaltung fiel den Sicherheitsangestellten gegen 21:45 Uhr eine verdächtige Person auf. Dabei handelte es sich um einen jungen Mann, der einen Rucksack mitführte, und vor der Einlassstelle in der Pfarrstraße über längeren Zeitraum auf und ab ging. Zuvor hatte der Mann versucht auf das Festivalgelände zu gelangen, wurde aber abgewiesen da er keine Karte vorweisen konnte. Anschließend hielt er sich im Bereich der Außenbestuhlung eines dortigen Weinlokals auf. Dort kam es gegen 22:10 Uhr zu einer Explosion, nachdem sich der junge Mann nach Zeugenaussagen kurz nach vorne gebeugt hatte.

Dabei wurde der verdächtige Mann, der inzwischen identifiziert werden konnte, getötet. 12 weitere Personen wurden bei der Explosion verletzt, drei von ihnen schwer. Aktuell schwebt keines der Opfer in Lebensgefahr.

Bei dem getöteten tatverdächtigen Mann handelt es sich um einen 27-jährigen Syrer, dessen Asylantrag abgelehnt wurde und der mit Duldung seit 02.07.2015 in Ansbach wohnte. Der Tatverdächtige trat bereits wegen verschiedener Delikte strafrechtlich in Erscheinung. Außerdem versuchte er sich bereits zweimal das Leben zu nehmen. Er war deshalb bereits im Bezirkskrankenhaus untergebracht.

Einsatzkräfte der Polizei sperrten den Tatort weiträumig ab. Das Konzert wurde in Absprache mit dem Veranstalter beendet und die Veranstaltungsörtlichkeit des Musikfestivals von Einsatzkräften der Polizei und des Sicherheitsdienstes geräumt.

Ermittler der Kriminalpolizei Ansbach haben mit der Tatortarbeit begonnen. Unterstützt werden sie von Kräften des Bayerischen Landeskriminalamtes, der Bayerischen Bereitschaftspolizei, weiteren Spezialeinsatzkräften sowie den örtlichen Feuerwehren und Rettungsdiensten. Für die weiteren Ermittlungen wurde eine Sonderkommission mit über 30 Personen gegründet.

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann auf einer Pressekonferenz in der Nacht auf den Montag : „Meine persönliche Einschätzung ist, dass ich es leider für sehr naheliegend halte, dass hier ein echter islamistischer Selbstmordanschlag stattgefunden hat. : „Die offensichtliche Absicht, mehr Menschen zu töten, weist zumindest auf einen islamistischen Hintergrund hin.“ Wer die Zurückhaltung der bayerischen Polizei und Verwaltung bei den Schuldzuweisungen nach dem Amoklauf in München am vergangenen Freitag kennengelernt hatte, kann davon ausgehen, dass hier mögllicherweise Anhaltspunkte vorliegen.

Die Polizei hat ein Hinweistelefon eingerichtet. Unter der Rufnummer 0911 2112-3333 können entsprechende Zeugenhinweise an den Kriminaldauerdienst Mittelfranken gerichtet werden. Videoaufnahmen bzw. im Zusammenhang mit dem Ereignis gefertigte Bilder können der Polizei unter der E-Mail-Adresse rba.mittelfranken@web.de zur Verfügung gestellt werden.

Bayern wird im Moment von einer Serie schlimmer Taten erschüttert. Nach dem Axt-Angriff eines wohl ebenfalls islamistisch motivierten jungen Mannes im Zug bei Würzburg, und dem Amoklauf von München, ist die Tat in Ansbach der dritte Akt dieser Art innerhalb einer Woche. Zudem wurde gestern das nahe Reutlingen in Atem gehalten. Ein Asylbewerber aus Syrien hatte mit einer Machete eine Frau getötet und mehrere Personen verletzt. Hier ist aktuell von einer Beziehungstat auszugehen.