Ratiopharm Ulm hat im ersten Spiel der Playoff-Viertelfinalserie ein starkes Ausrufezeichen gesetzt. Vor 6.000 enthusiastischen Fans in der ausverkauften ratiopharm arena besiegten die Ulmer den Titelkandidaten ALBA Berlin mit 94:83 und sicherten sich die 1:0-Führung in der Best-of-Five-Serie. Bereits am kommenden Mittwoch (20 Uhr) steht in Berlin das zweite Duell an – die Vorfreude auf das nächste Heimspiel ist groß: „Jetzt Tickets für die Ulmer Heimfestung sichern“, heißt es aus dem Clubumfeld.
Starker Beginn der Gäste – Saraf bringt Ulm ins Spiel
Die Partie begann aus Ulmer Sicht verhalten. Die Gäste aus der Hauptstadt nutzten ihre körperliche Präsenz unter den Brettern und überzeugten zunächst durch eine hohe Wurfquote aus der Distanz. Schnell setzte sich ALBA mit sechs Punkten ab. Doch dann übernahm Ben Saraf das Kommando: Mit einem sehenswerten Dreier und einem cleveren Spielzug leitete er einen 5:0-Lauf ein – die Ulmer fanden in die Partie. Trotz des Aufbäumens der Hausherren ging das erste Viertel mit 20:27 an die Gäste, die starke 52,4 Prozent aus dem Feld trafen.
Zwischen Irritation und Inspiration: Ulm übernimmt das Spiel
Zu Beginn des zweiten Viertels sorgte eine umstrittene Schiedsrichterentscheidung für Aufregung: Nach einem unsportlichen Foul an Márcio Santos schickten die Referees irrtümlich Justinian Jessup an die Linie. Erst ein Instant-Review brachte Klarheit – die Punkte wurden aberkannt, ALBA erhielt den Ball. Die Szene schien die Ulmer jedoch nicht aus dem Takt zu bringen. Im Gegenteil: Angetrieben von der lautstarken Kulisse zündeten die Hausherren den Turbo. Karim Jallow, gewohnt energisch, setzte den Impuls für einen 13:0-Lauf, der das Momentum endgültig auf die Seite der Ulmer brachte. Mit einer 45:40-Führung ging es in die Pause.
Foulprobleme bei Berlin – Ulm nutzt die Lücken
Auch zu Beginn der zweiten Hälfte zeigte ALBA zunächst seine Qualitäten. Zwei schnelle Dreier ließen die Berliner kurzzeitig wieder hoffen. Doch Ulm hatte die passenden Antworten parat. Jessup und der junge Noa Essengue übernahmen Verantwortung, während die Berliner Center reihenweise mit Foulproblemen zu kämpfen hatten. Die Ulmer suchten nun konsequent den Weg zum Korb – mit Erfolg. Kurz vor dem letzten Seitenwechsel stellte Nelson Weidemann erstmals eine zweistellige Führung her, ehe Trevion Plummer auf 75:62 erhöhte.
Spannung im Schlussviertel – Weidemann macht den Deckel drauf
Ein kleiner Schockmoment zu Beginn des letzten Viertels: Center Márcio Santos musste angeschlagen das Feld verlassen. Die Gäste nutzten die kurze Verunsicherung und verkürzten durch einen 5:0-Run. Coach Anton Gavel reagierte sofort mit einer Auszeit – und hatte damit Erfolg. In der Schlussphase übernahm erneut Nelson Weidemann das Kommando, brachte die Ulmer zweistellig in Führung und machte damit den Deckel auf den ersten Playoff-Erfolg.
Der Blick nach vorne
Mit dem 94:83-Erfolg setzt Ulm ein klares Statement in der Serie gegen den Favoriten aus Berlin. Schon am Mittwoch wartet die nächste Herausforderung – diesmal in der Hauptstadt. Der Heimvorteil liegt nun bei den Schwaben. Ein weiteres Spiel vor eigener Kulisse könnte richtungsweisend sein. Die Botschaft an die Fans ist eindeutig: „Jetzt Tickets für die Ulmer Heimfestung sichern.“


