ratiopharm ulm lässt es gegen Prometey Slobozhanske am Ende noch einmal spannend werden, sichert sich aber mit dem Gamewinner von Karim Jallow einen 106:105-Erfolg.

Am Mittwochabend glich die Zalgiris Arena eher einer Geisterkulisse als einem Tollhaus. Dennoch lieferte die Begegnung gerade offensiv einiges an Highlights und endete in einem echten Last-Minute-Krimi. Gab ratiopharm ulm in der ersten Halbzeit den Ton an und führte zwischenzeitlich mit 18 Punkten, folgte ein Comeback der Gastgeber in Viertel Nummer vier, das den Ulmer Sieg noch einmal ins Wanken brachte. Nach der Begegnung waren sich sowohl Matchwinner Karim Jallow als auch sein Trainer Anton Gavel einig, wie sie das letzte Viertel beschreiben sollten:

„Keine Stopps, Lay-Up um Lay-Up und toughe Würfe, die Prometey zum Ende wieder ins Spiel gebracht haben. Glücklicherweise haben wir einen Weg gefunden, um das Spiel für uns zu entscheiden.“ Mit 34:20 verloren die Ulmer ihr letztes Viertel und retteten sich durch eine überdurchschnittliche Trefferquote (63%-2P) und (56%-3P) per Gamewinner über die Zielgerade. Dennoch untermauert auch dieser 106:105-Erfolg die positive Entwicklung der letzten Wochen.

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Foto: PM BBU

Von Beginn agierte ratiopharm ulm konzentriert in der Zone, sodass die Gäste ihre Größenvorteile nicht ausnutzen konnten. Auf der anderen Seite des Feldes traf der zuletzt glänzende Nicolas Bretzel mit viel Gefühl drei aufeinanderfolgende Würfe und platzierte dann sogar einen Drei-Punkte-Wurf erfolgreich im Korb (6:12,4.). Weiter effektiv in der Offensive, fanden alle acht Würfe ihr Ziel und zwangen Prometey Coach Ronen Ginzburg zur ersten Auszeit (11:19). Indessen hatte Prometey seinen Wurf von außen gefunden, um in Schlagdistanz zu bleiben. Mit einer Fünf-Punkte-Führung gingen die Ulmer in die erste Viertelpause (22:27). Was sich zum Ende des ersten Abschnitts bereits leicht angedeutet hatte, bewahrheitete sich im Folgenden. Unterlegener beim Offensivrebound und mit Schwierigkeiten den Abschluss zu finden, kamen die Ulmer allein von der Freiwurflinie zu Zählbarem. Nachdem Joshua Hawley den Ball nach drei Minuten krachend im Korb versenkte, ließ Karim Jallow sieben Punkte zur ersten zweistelligen Führung folgen (27:37,15.). Wichtige Defensivrebounds (8:14-1.HZ) und eine hohe Trefferquote aus dem Feld (73%) ebneten den Weg zu einer Halbzeitführung, die auch durch einen Buzzer-Beater von Topscorer Gian Clavel komfortabel blieb. Halbzeitstand 43:53. 

Als die Offensive der Gastgeber zunächst besser ins Rollen kam, ließen die Schützen Yago Dos Santos und Robin Christen keine Zweifel an der Ulmer Effektivität an diesem Abend aufkommen (51:65, 25.). Mit solch einer Abgezocktheit hätte der Brasilianer seine Würfe scheinbar blind erfolgreich abdrücken können. So fanden drei aufeinanderfolgende Würfe von Downtown ihren Weg (64:82,28.). Doch der letzte Abschnitt sollte die Partie noch einmal offen gestalten: Leichtfertiger agierte ratiopharm ulm beim Rebound, gewährte einige Turnover und blieb kurzzeitig erfolglos bei Offensivbemühungen. Go-to-Guy Gian Clavell (6) und Youngster Issuf Sannon (8) versenkten präzise Würfe und initiierten gemeinsam einen 14-Punkte-Run (83:86). Die überfällige Antwort kam erst nach vier punktelosen Minuten. Mit einem Tip-In gingen die Gastgeber dann sogar in Führung und bestraften die Schwächephase der Ulmer. Durch einen weiten Dreier von Robin Christen eroberte das Team unter dem lauten Aufschrei der Bank die Führung zurück (97:98, 38.). Beim Stand von 103:103 und noch 20 Sekunden wurde Topscorer Clavell (34 Pkt) zu viel Platz auf dem Weg zum Korb gewährt, den er zur abermaligen Führung auszunutzen wusste. Bei neun Sekunden auf der Uhr folgte dann der tempogeladene Ballvortrag von Yago Dos Santos und dem Steckpass auf Karim Jallow. Ein kurzer Blick nach oben, zwischen zwei Gegenspielern und unter dem Korb durchgetaucht, versenkte der Forward den Gamewinner zum Ulmer Last-Minute-Sieg.

Headcoach Anton Gavel: „Ich denke, dass wir sowohl in der ersten Hälfte als auch im dritten Viertel auf einem guten Weg waren, um das Spiel für uns zu entscheiden. Wir haben gute Entscheidungen getroffen, unsere Möglichkeiten mit Yago im Pick´n Roll effektiv ausgespielt und auch er selbst hat seinen eigenen Wurf erfolgreich gefunden. Im vierten Viertel haben wir Prometey viel Platz unter dem Korb gewährt. Durch ihre physische Arbeit konnten sie sich so zahlreiche offene Würfe erarbeiten. Offensiv konnten wir dann keine Lösungen finden und wollten unsere Situationen im Eins-gegen Eins lösen, was gegen eine Mannschaft dieser Qualität nicht funktioniert. Zum Glück haben wir einen Weg gefunden das Spiel zu gewinnen. Dennoch müssen wir es schaffen, solche Spiele besser zu managen. Dieses Problem haben wir in der Vergangenheit des Öfteren gehabt und müssen weiter daran arbeiten.“