Angetrieben von einer frenetischen Atmosphäre gelingt ratiopharm ulm mit einer leidenschaftlichen Aufholjagd ein 92:83 Heimsieg über Buducnost VOLI Podgorica und zieht somit in die Runde der besten acht Mannschaften des 7DAYS EuroCup ein.

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Foto: PM BBU

Schon beim Aufwärmen war eine gewisse Anspannung und Vorfreude auf das wichtigste Spiel des Jahres zu spüren. Diese Spielfreude und Dringlichkeit konnten die Uuulmer allerdings zu Beginn nicht auf das Parkett bringen. Die Gäste fanden im Gegensatz zu Ulm früh den eigenen Rhythmus, überzeugte in der ersten Hälfte unter anderem von Jenseits der Dreipunktelinie (6/11 3-Pkt.). So ging es für die Ulmer mit einem zweistelligen Rückstand in die Kabine (42:53, HZ.). Nach der Pause zeigte das Team von Trainer Anton Gavel eine Reaktion, erhöhte die Intensität und kam mit voller Entschlossenheit zurück ins Spiel. Mit den lautstarken Fans in der ratiopharm arena im Rücken spielten die Ulmer ein sensationelles drittes Viertel, gewannen dies mit 26:9 und drehten somit diese Partie eindrucksvoll. Nachdem Brandon Paul im Schlussabschnitt zwischenzeitlich dann alles traf, bebte die Halle endgültig und Podgorica fand darauf keine passende Antwort mehr. Mit dem Einzug in das Viertelfinale belohnt sich die Mannschaft für einen leidenschaftlichen Kampf, schreibt ein neues Kapitel in der Ulmer-Vereinsgeschichte und darf weiter träumen.
Der Gegner im Viertelfinale wird am Donnerstag in der Partie zwischen Ankara und Brescia ermittelt. Auch ob das nächste K.o.-Spiel in eigener oder in fremder Halle stattfindet, entscheidet sich ebenfalls am Donnerstag. Allerdings ist die Verlegung des BBL-Heimspiels gegen Weißenfels nächste Woche aufgrund des Viertelfinaleinzugs sicher – weitere Informationen folgen unmittelbar nach Bekanntgabe.

Die Partie war in der Anfangsphase von vielen Unterbrechungen und Fehlern geprägt, damit hatten die Ulmer zu Beginn einige Schwierigkeiten den eigenen Rhythmus zu finden (6 TO). So war Anton Gavel derjenige der die erste Auszeit zog, nachdem die Gäste einen kleinen Lauf hinlegten (0:6). Den ersten Block im Spiel zeigte Defensivanker Bruno Caboclo höchstpersönlich, der sowohl offensiv als auch defensiv von Beginn an präsent war. Podgorica präsentierte sich allerdings nervenstark und abgezockt im ersten Viertel, traf vor allem von außen hochprozentig (4/6), nutzte die Ulmer Schwächephase mit einem 0:10 Lauf kurz vor Ende des ersten Spielabschnitts aus (16:30, 10.). Im zweiten Viertel war es dann ausgerechnet Landsmann Fedor Zugic, der ein heißes Händchen hatte und den Ulmer Offensivbasketball aufblitzen ließ. In dieser Phase stabilisierte sich das Team, erlangte wieder Zugriff in der Defensive und kam in der Offensive zu besseren Abschlüssen. In der Folge ließ man das Spiel nicht abreißen und kam zwischenzeitlich bis auf sieben Punkte ran, aber Podgorica feuerte weiter munter aus dem Dreierbereich. Allen voran Distanzschütze Erick Green war mit 17 Punkten im ersten Durchgang nicht zu stoppen (3/4 3-Pkt.). Aber auch Zugic (14) konnte an der Leistung gegen Hamburg anknüpfen, blieb aus dem Feld und von der Freiwurf bis dahin makellos. Somit war der Youngstar in der ersten Halbzeit ein wichtiger Faktor dranzubleiben, um das Spiel zu eigenen Gunsten zu drehen (42:53, HZ.).
Mit der notwendigen Konsequenz und Dringlichkeit ging es aus der Kabine: Zum Start des dritten Viertels waren die Ulmer zielstrebiger, im Angriffsspiel, begannen die zweite Hälfte fulminant und furios. Gemeinsam mit den Fans, die lautstark hinter der Mannschaft stand, meldete sich Orange zurück, glich nicht nur aus sondern übernahm mit dem patentierten einbeinigen Dreier von Klepeisz sogar die Führung (61:59, 26.). Aber nicht nur offensiv konnte das Team von Anton Gavel eine Schippe drauflegen, auch die Defensivleistung steigerte sich bemerkbar – hielt Podgorica im dritten Viertel bei lediglich neun Punkten, beendete das Viertel mit einem 19:3 Lauf. Dementsprechend ging es dann mit einer sechs Punkte Führung in das Schlussviertel. Die Ulmer verpassten die Chance sich entscheidend abzusetzen, aber waren defensiv kaum zu bezwingen. Sinnbildlich dafür: Podgorica hatte Probleme frühe Abschlüsse zu generieren und so lief in einer Szene die Wurfuhr herunter – die Leidenschaft und Jubelszene der Ulmer Akteure sprach Bände, saugten die Energie in der ratiopharm arena komplett auf. Dann übernahm Brandon Paul das Zepter, brachte mit wilden Treffer die Halle endgültig zum Kochen. Der US-Amerikaner spielte in diesem Viertel groß auf, erzielte zehn seiner achtzehn Punkte in diesem Viertel und agierte defensiv als Klette. Danke für die unglaubliche Atmosphäre in der Arena, ihr habt die Jungs zu dieser  Aufholjagd getrieben und so ziehen wir gemeinsam ins Viertelfinale ein.

About the game 

Head Coach Anton Gavel:„Zunächst Glückwunsch an unsere Spieler. Wir haben heute zwei verschiedene Gesichter gezeigt. In der ersten Halbzeit haben wir 53 Punkte erlaubt und waren nicht in der Lage Stops zu generieren. Speziell ihre Guards konnten wir nicht gut genug vor uns halten. In der zweiten Halbzeit haben wir dann nur neun Punkte im dritten Viertel erlaubt, was uns die Chance und Hoffnung gegeben hat, zurückzukommen. Offensiv sind wir besser in Fahrt gekommen, weil wir starke Defensivsequenzen geliefert haben. Über Stops sind wir zu guten Positionen für unsere Schützen gekommen, speziell für Brandon. Es hat 20 Minuten gebraucht, aber wir haben den Kampf angenommen und können nun von mehr träumen.“