Umfrage | Zuspruch zum Corona-Krisenmanagement geht in Bayern deutlich zurück

Der Zuspruch zum Corona-Krisenmanagement in Bayern ist deutlich zurückgegangen, dies ergab eine Umfrage des Forschungsinstitugs dimap für den BR-BayernTrend. Besonders in der Kritik steht das Schul-Krisenmanagement des Kultusministeriums.

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Archivfoto: Wolfgang Czech

Ungeachtet der Corona-Pandemie gibt sich gut die Hälfte der Bayern im BR-BayernTrend optimistisch. Bei 54 Prozent überwiegt die Zuversicht, allerdings sind das 12 Prozent weniger als im April 2020. 40 Prozent der Wahlberechtigten sehen dagegen eher Anlass zur Beunruhigung, das sind 11 Prozentpunkte mehr als im April 2020. Positiv äußern sich die Anhänger der CSU (74:20), SPD (61:37) und die Anhänger der Grünen (54:43 Prozent). Skepsis dominiert dagegen die Wahrnehmung der AfD-Anhänger (5:94 Prozent) und mittlerweile auch die der Freien Wähler (37:61 Prozent).

Zuspruch zum Corona-Krisenmanagement geht deutlich zurück

60 Prozent der Befragten sind mit dem Corona-Krisenmanagement der Staatsregierung zufrieden. Allerdings ist dieser Wert deutlich gesunken. Im April bewerteten noch 89 Prozent das Handeln der Staatsregierung in der Pandemie positiv, im Oktober 79 Prozent. Sehr zufrieden mit dem Corona-Krisenmanagement im Vergleich zum Oktober sind aktuell noch 15 Prozent (-12), zufrieden 45 Prozent (-7). Weniger zufrieden sind 23 Prozent (+10), gar nicht zufrieden 16 Prozent (+8).

Die Corona-Politik des Freistaats findet Zustimmung bei den CSU-Anhängern (83 Prozent) und bei den Anhängern der Grünen (68 Prozent). Beim Koalitionspartner Freie Wähler liegt dieser Wert bei 50 Prozent (50:50), SPD-Anhänger sehen die Coronapolitik eher kritisch (42:58 Prozent), in den Reihen der AfD gibt es kaum Zuspruch (10:90 Prozent).

Die aktuellen Corona-Maßnahmen finden 56 Prozent der bayerischen Wahlberechtigten angemessen, für 12 Prozent gehen sie nicht weit genug. Dem stehen 31 Prozent gegenüber, denen der aktuelle Lockdown zu weit geht.

Impfbereitschaft und Bewertung des Impftempos unterschiedlich

In Bayern wollen sich 50 Prozent der Befragten auf jeden Fall gegen das Corona-Virus impfen lassen, 27 Prozent wahrscheinlich. Dagegen wollen sich 10 Prozent wahrscheinlich nicht impfen lassen, 11 Prozent auf keinen Fall. Die Impfbereitschaft in Bayern ist durch ein deutliches Altersgefälle gekennzeichnet: Während sich bei den Menschen über 65 Jahren 68 Prozent auf jeden Fall impfen lassen wollen, sagen dies nur 38 Prozent der Menschen im Alter von 18-39 Jahren. Bei ihnen ist die Skepsis am größten: Nur 38 Prozent geben an, sich auf jeden Fall impfen zu lassen.

Bei der Bewertung der Impfgeschwindigkeit sind die Menschen in Bayern gespalten: Zwar bezeichnen 40 Prozent das Tempo als angemessen – für 51 Prozent ist es allerdings zu langsam. Sowohl beim Impftempo als auch bei der Impfbereitschaft entsprechen die bayerischen Werte in etwa den Werten auf Bundesebene.

Kritik am Schul-Krisenmanagement des Kultusministeriums

Aktuell stehen in Bayern insbesondere die Schulen im Fokus. Mit dem Krisenmanagement des Kultusministeriums ist nur jeder Fünfte zufrieden, 74 Prozent der Befragten im BayernTrend gelangen zu einem negativen Urteil. Anhänger aller Parteien sehen die Arbeit des Kultusministeriums kritisch, auch jene der Freien Wähler (15:83 Prozent), die aktuell den Kultusminister stellen. Etwas weniger kritisch sehen Eltern mit schulpflichtigen Kindern das aktuelle Schul-Krisenmanagement: Hier sind 25 Prozent zufrieden, 73 Prozent unzufrieden.

Zufriedenheit mit Arbeit der Staatsregierung höher als vor Corona

Auch wenn die Unterstützung für das Corona-Krisenmanagement rückläufig ist, wird das Handeln der Staatsregierung positiver beurteilt als vor Ausbruch der Pandemie. 70 Prozent der Wahlberechtigten sind zufrieden mit der Arbeit der Staatsregierung (+6 Prozentpunkte im Vergleich zu Januar 2020). Auf die größte Zustimmung stößt die Koalitionsarbeit im Regierungslager von CSU (93 Prozent) und Freien Wählern (61 Prozent). Auch Anhänger von Grünen (70 Prozent) und SPD (63 Prozent) äußern sich zufrieden, unter den AfD-Anhängern sind es dagegen nur 9 Prozent.

Insgesamt wird die Arbeit der CSU besser bewertet als die der Freien Wähler. 66 Prozent sind zufrieden mit der Regierungsarbeit der CSU, 45 Prozent bewerten die Regierungsleistung der Freien Wähler positiv.

Was die Landtagsopposition angeht, wird weiterhin die Arbeit der Grünen am besten bewertet. Im Vergleich zum Januar 2020 kommen die Grünen hier auf 47 Prozent (-1). Die SPD kann auf 30 Prozent zulegen (+9), die FDP liegt weiterhin bei 24 Prozent, die AfD kommt auf 9 Prozent (-2).

Studieninformationen

Für die Umfrage wurden von infratest dimap im Zeitraum von 07. Januar bis 11. Januar 2021 1.000 Wahlberechtigte in Bayern telefonisch interviewt.

Stichprobe: Repräsentative Zufallsauswahl. Fehlertoleranz: 1,4 bis 3,1 Prozentpunkt