„Wer schreibt denn heute noch an die Wand, schreibt uns doch auf Insta!“, steht in großen Buchstaben und versehen mit einem QR-Code auf einem der Plakate, die am Donnerstag, den 24. November, vor der Kirche St. Peter und Paul in Augsburg-Oberhausen aufgestellt wurden. Fünf große Motive als Reaktion auf Graffitis, die am Wochenende des 5./6. Novembers nachts an die Außenwände der Kirche gesprayt wurden.

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FOTO: PG Augsburg-Oberhausen/Bärenkeller / Marcus Lechner

„FCK Jesus“, „FCK NZS“, „666“ und ein Antichristsymbol sind Symbole und Worte, die von den unbekannten Sprayern verwendet wurden. Deutlich zu sehen sind auch Spuren von an die Wand geworfenen Eiern. „Ihr habt ganz schön Eier gehabt. Trotzdem schlechtes Gewissen? Wir haben da was im Angebot. #Versöhnung #Reue #versuchsdochmal #kostetniximvergleichzumschaden“ – eine weitere Reaktion der Pfarreiengemeinschaft. Die Graffitis wurden nun nachträglich zum Teil mit neonfarbenen Klebeband umrahmt, um auf diese Weise besonderen Raum zu bekommen. In den gleichen Farben sind die in Jugendsprache formulierten Plakate gestaltet. 

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FOTO: PG Augsburg-Oberhausen/Bärenkeller / Marcus Lechner

Plakate als Angebot zum Dialog – gerichtet nicht nur an die Verursacher, sondern an alle Menschen, die jeden Tag an der Kirche vorbeigehen. Dahinter steht der Gedanke, den Schaden nicht einfach nur stumm hinzunehmen und zu übermalen, sondern ein Signal in den Stadtteil auszusenden: „Wir sprechen auch eure Sprache und sind offen und dialogfähig – können was aushalten.“ Ganz im Sinne von Pfarrer Weidner: „Empörung beherrschen die meisten von uns sehr gut. Betroffenheit auch. Dabei stehen zu bleiben, bringt aber nicht viel. Deshalb freue ich mich über das Gesprächsangebot und bin sehr gespannt, ob so eine Art Dialog in den Stadtteil hinein entstehen kann.“ Getragen von Pfr. Weidner und Margit Uhr, Bildungsreferentin der Pfarreiengemeinschaft, entstand die Idee zur Konzeption und Umsetzung dieser Aktion in einem kleinen Team. Das Aufstellen der Plakate wurde von einem Kamerateam des Bayerischen Rundfunks begleitet, der sowohl im Radio als auch im TV berichten wird.